Bundeswehr in Grönland: 13 Soldaten hinauf heikler Mission

„Leben in der Lage“, heißt es bei der Bundeswehr stets, wenn
sich spontan ein Auftrag ändert. Oder es wird auf den preußischen
Militärhistoriker Carl von Clausewitz verwiesen, der bereits im 19. Jahrhundert feststellte: Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt. 

Ganz ohne Nähe zum Gegner erging es so nun den 13 Soldaten der Bundeswehr. Sie sollten am Donnerstagvormittag zu einer
historischen Mission aufbrechen, mit einem Transportflugzeug vom Typ A400M nach
Grönland fliegen und dort Unterstützung für die von Donald Trump bedrängte Insel zeigen. 

Diese Reise hatte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch angekündigt, nachdem eine dänisch-grönländische Delegation in Washington gescheitert war, Donald Trump von seinen Drohungen gegen die Insel abzubringen. Die stärkste Militärmacht der Welt und wichtigste Stütze des nordatlantischen Bündnisses droht einem anderen Nato-Mitglied mit dem Einsatz von Militär. Das hat es so noch nie gegeben. Auch deswegen ist die Mission der 13 Soldaten historisch. Auch wenn sie nun anders verläuft als geplant.

„Auf Einladung Dänemarks“ beteilige
sich Deutschland gemeinsam „mit weiteren europäischen Nationen an einer
Erkundung in Grönland“, hieß es am Mittwochabend. Eine A400M werde das Team direkt nach Nuuk bringen. Das sollte ein Zeichen der Entschlossenheit sein.

Für die Propellermaschine wäre das ein langer Flug geworden. Nun aber fällt
das Zeichen aus Deutschland doch weniger martialisch aus als ursprünglich geplant.
Statt ein eigenes Militärflugzeug zu schicken, fliegen die Deutschen nur
nach Dänemark. Vom Flughafen Karup aus soll es dann morgen an Bord einer zivilen Maschine gemeinsam mit anderen europäischen Kameraden nach Grönland gehen – unter dänischem Kommando.

Eine kurze, kleine Mission

Der Auftrag der Erkunder lautet, „grundlegende Erkenntnisse“ zu gewinnen für mögliche Einsatz- und Übungsmöglichkeiten vor Ort und sich ein „fundiertes Bild“ zu verschaffen, für weitere Gespräche innerhalb der Nato. Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums war maximal offen formuliert. So schwammig, dass die Amerikaner sich keinesfalls herausgefordert fühlen können. 

Mit der „Erkundungsmission“
will die Bundesregierung offenbar Unterstützung für Dänemark zeigen, ohne
Donald Trump zu sehr zu verärgern. So schickt Verteidigungsminister Boris Pistorius auch eine eher harmlos wirkende Truppe: Logistiker und andere Unterstützungskräfte,
keine Kampftruppe. Experten für die Vorerkundung von Auslandseinsätzen und Manövern werden in Grönland die vorhandenen Häfen, Flugplätze und Möglichkeiten zum Warenumschlag
begutachten. All diese Informationen könnten die Dänen natürlich auch einfach bereitstellen. Die Erkundungsmission soll zudem nur zwei Tage dauern. Da bleibt nicht viel Zeit, um detaillierte
Erkenntnisse zu sammeln. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Bundeswehr hier als Mittel für die Symbolpolitik der Bundesregierung dient.

Konkrete
Fähigkeitsbeiträge stünden noch nicht im Fokus, versichert das Verteidigungsministerium außerdem. Wen
oder was die Bundeswehr schicken könnte, um die Sicherheit Grönlands und des
Bündnisses in der Arktis zu erhöhen, verrät es nicht. 

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