Bundeswehr: Bundeswehrverband sieht merklich höheren Personalbedarf in jener Truppe

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, geht davon aus, dass die Bundeswehr deutlich mehr Personal braucht als bisher geplant. Seiner Meinung nach sollte die Zahl der Soldatinnen und Soldaten „über 300.000“ liegen, sagte er. Das Verteidigungsministerium plant bisher mit 260.000 Kräften bis Mitte der 2030er-Jahre. Wüstner begründet seine höhere Zahl mit den Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der Nato.

Am 24. März jährt sich die Bundestagsentscheidung zur Aussetzung der Wehrpflicht zum fünfzehnten Mal. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands rechnet „spätestens in zwei Jahren“ mit einer erneuten Wehrpflichtdebatte, „wenn die Bundeswehr die Infrastruktur und das Material zur Verfügung hat, aber dann das Personal nicht ausreicht“, sagte Wüstner. Er glaube nicht, dass sich dieses Problem allein durch freiwilligen Wehrdienst lösen lasse.

Der geplante neue Wehrdienst sieht vor, dass 18-jährige Männer künftig verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen. Der Dienst selbst bleibt aber zunächst freiwillig. Für Frauen sind sowohl Fragebogen als auch Musterung freiwillig. Aktuell hat die Bundeswehr rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten.

Trotz des aktuellen Fokus auf den Irankrieg warnte Wüstner, dass die größte Aufmerksamkeit weiterhin dem Osten des Nato-Gebiets gelten müsse. Er sehe die Gefahr, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in den nächsten ein bis zwei Jahren versuchen könnte, die Nato zu testen. Innerhalb des Bündnisses gebe es bereits Schwächen bei der Abschreckung, welche größer werden könnten – auch wegen Vertrauensverlusten durch die Politik von US-Präsident Donald Trump.

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