Bundeskriminalamt-Studie sieht zunehmende Radikalisierung in Deutschland

Stand: 04.03.2026 • 13:57 Uhr

Immer mehr Menschen in Deutschland zeigen sich offen für extremistische Ansichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundeskriminalamts. Vor allem Jüngere sind demnach offen für rechtsextreme Ideologien.

Immer mehr Menschen in Deutschland sind rechtsextremen Ideologien gegenüber aufgeschlossen. Das geht aus einer vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierten Untersuchung hervor. Der Anteil derjenigen, die für solche Ideen offen sind, stieg den Angaben zufolge zwischen 2021 und 2025 von 21,8 Prozent auf 29,6 Prozent an. Das gilt laut Studie vor allem für jüngere Altersgruppen.

Um die Einstellungen zu messen, hatten die Forscherinnen und Forscher des MOTRA-Verbunds den Teilnehmern der repräsentativen Befragung zehn verschiedene Aussagen vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten.

Einstellungen abhängig vom Bildungsniveau

Offensichtlich rechtsextreme Einstellungen finden sich laut Studie häufiger bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau. Bei Befragten, die maximal einen Hauptschulabschluss erreicht haben, lag der Anteil derjenigen, die solche Ansichten vertreten 2025 bei 11,1 Prozent. Unter Menschen mit Abitur waren es 1,4 Prozent.

Deutliche Zunahmen gab es laut Studie auch bei Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit. Die zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung geht laut Studie mit einer deutlichen Zunahme der politisch motivierten Kriminalität einher: Mit etwa 100 Delikten pro 100.000 Einwohnerinnen wurde 2024 ein neuer Höchststand registriert. Der Trend setzte sich demnach auch 2025 fort.

Source: tagesschau.de