Ein Verdächtiger ist nach dem brutalen Angriff auf zwei Fahrkartenkontrolleure in Pforzheim weiterhin auf der Flucht. Mehrere Hinweise seien bereits eingegangen, sagte ein Polizeisprecher.
Zeugen, die etwas zu seinem Aufenthaltsort sagen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. Der 19-Jährige soll die Kontrolleure am Freitag vergangener Woche attackiert haben, um einer Ticketprüfung zu entkommen.
Ein 17 Jahre alter Verdächtiger war am Mittwoch gefasst und festgenommen worden, wie die Polizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft mitteilte. Ihm wird vorgeworfen, die Kontrolleure unter anderem mit Pfefferspray attackiert zu haben. Wegen des dringenden Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung und der gefährlichen Körperverletzung kam er in Untersuchungshaft.
Bei dem 19-Jährigen soll es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um einen Rumänen handeln. Zu dem 17-Jährigen machten die Behörden keine genaueren Angaben.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wollten die Ticketprüfer vor dem Angriff in einen Bus steigen. Vermutlich, um einer Kontrolle zu entgehen, rannten daraufhin zwei Fahrgäste aus dem Fahrzeug und stießen das vor den Türen stehende Kontrollpersonal zu Boden.
Einem der Prüfer gelang es demnach, einen Flüchtenden am Bein festzuhalten. Um sich loszureißen, habe dieser dem Kontrolleur ins Gesicht geschlagen. Außerdem soll der 17-jährige Verdächtige mehrmals Pfefferspray in Richtung der Fahrkartenkontrolleure gesprüht haben.
Vorfall erinnert an getöteten Zugbegleiter
Die Sicherheit von Zugbegleitern steht nach einem tödlichen Angriff in einem Regionalzug im Februar verstärkt im Fokus. In Rheinland-Pfalz war damals ein 36 Jahre alter Zugbegleiter von einem Fahrgast bei einer Ticketkontrolle mit Faustschlägen gegen den Kopf so schwer verletzt worden, dass er später starb.
Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland, sagte eine Polizeisprecherin. Gegen den 26-Jährigen erging Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags.
Source: welt.de