Britische Royals: Stets zu Diensten

Als ich der Königin von Großbritannien die Hand schütteln durfte, war ich 21 Jahre alt und hatte auch sonst keine Erfahrung mit Königlichen Hoheiten. Elisabeth II. war auf ihrem ersten Staatsbesuch im wiedervereinigten Deutschland. Man schrieb das Jahr 1992, Helmut Kohl war Bundeskanzler, und Prinz Andrew, der Lieblingssohn der Queen, galt als fescher Kavalier und Gentleman.

Ich war Praktikant im Hauptstadtbüro einer großen Tageszeitung, und natürlich war die Einladung zum Shakehands nicht an mich gegangen, sondern an den Büroleiter, einen Veteranen der Bonner Republik. Als Demokrat wie als Intellektueller war er selbstverständlich Anti-Royalist. Seine Missbilligung der Monarchie brachte er in dem Entschluss zum Ausdruck, die Süddeutsche Zeitung sei beim Empfang der Queen im Gästehaus der Bundesregierung am besten durch den Praktikanten repräsentiert.

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