Nach mehreren gescheiterten Anträgen lenkt Brasiliens Justiz ein: Der erkrankte Ex-Präsident Bolsonaro darf seine Haftstrafe vorerst im Hausarrest absitzen. Eine befristete Entscheidung aufgrund seines gesundheitlichen Zustands.
Brasiliens inhaftierter Ex-Präsident Jair Bolsonaro wird wegen seines schlechten Gesundheitszustands für 90 Tage in den Hausarrest verlegt.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte sich zuvor in einer Einschätzung für eine Lockerung der Haftbedingungen ausgesprochen, der der zuständige Richter Alexandre de Moraes nun folgte, wie mehrere brasilianische Medien berichteten. Die Maßnahme gilt zunächst befristet und soll Bolsonaro die Erholung von einer Bronchopneumonie – eine Form der Lungenentzündung – ermöglichen.
Die Entscheidung markiert zugleich eine Wende in dem Fall, da entsprechende Anträge der Verteidigung zuvor wiederholt abgelehnt worden waren. Bolsonaro verbüßt aktuell eine Haftstrafe von mehr als 27 Jahren wegen eines versuchten Staatsstreichs und war zuletzt im Gefängniskomplex Papuda in der Hauptstadt Brasília inhaftiert.
Wegen Lungenentzündung im Krankenhaus
Seit Mitte März befindet sich der frühere Präsident wegen der Lungenentzündung im Krankenhaus und wird auf der Intensivstation behandelt. Nach Angaben der Ärzte zeigte er zuletzt eine „günstige Entwicklung“, eine Verlegung von der Intensivstation wird innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet. Eine Entlassung werde in Aussicht gestellt, sofern sich sein Zustand stabil weiter verbessere, hieß es.
Die Frist für den Hausarrest beginnt mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Nach Ablauf der 90 Tage will der Richter prüfen, ob die Bedingungen weiter bestehen. Der frühere Staatschef hat seit Jahren wiederholt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Diese stehen auch im Zusammenhang mit einer Messerattacke im Jahr 2018 während des Wahlkampfs, bei der er schwer verletzt wurde.
Source: tagesschau.de