Brasilien: Bolsonaro verweist nachher Fußfessel-Beschädigung uff „Halluzinationen“

Der brasilianische Ex-Präsident Jair Bolsonaro hat laut Gerichtsunterlagen die Einnahme von Medikamente als Grund für die Beschädigung seiner Fußfessel angegeben. Die Medikamente hätten „Paranoia“ und „Halluzinationen“ ausgelöst, die ihn dazu veranlasst hätten, seine elektronische Fußfessel zu entfernen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf Gerichtsunterlagen.

Wegen eines versuchten Staatsstreichs gegen seinen Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva war Bolsonaro im September zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde schuldig gesprochen, nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Staatsstreich gegen Präsident Lula da Silva geplant zu haben. Seit Ende Juli 2025 steht Bolsonaro unter Hausarrest, weil er trotz gerichtlicher Auflagen über Dritte politischen Einfluss genommen. Im Hausarrest musste er eine elektronische Fußfessel tragen. 

Draht in Fußfessel?

Das Überwachungsgerät hatte in der Nacht Alarm geschlagen. Das Gericht
veröffentlichte ein Video, in dem Bolsonaro sagte, er habe
aus „Neugierde“ einen Lötkolben an seine Fußfessel gehalten. In dem
Video war das stark beschädigte und mit Brandspuren versehrte Gerät
zu sehen, das sich jedoch noch am Knöchel des Ex-Präsidenten
befand. Bolsonaro wollte nach Darstellung des obersten Richters ohne die Fußfessel an einer Demonstration seiner Anhänger
teilnehmen. Der Ex-Präsident wurde am Samstag schließlich wegen Fluchtrisikos präventiv festgenommen. 

Bolsonaro bestritt nach Reuters-Angaben nach seiner Festnahme jegliche Absicht, sich dem Hausarrest zu entziehen oder zu
versuchen, die Vorrichtung zu entfernen. Er habe „Halluzinationen“
gehabt, dass sich ein Draht in der Fußfessel befinde, sagte er demnach.

Die Festnahme stehe laut dem Richter aber nicht im Zusammenhang mit der Vollstreckung der mehr
als 27-jährigen Haftstrafe
. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig,
mit einer Vollstreckung wurde zuletzt kommende Woche gerechnet.

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