Bondi und Gabbard vor dem Aus?: Berichte: Trump wirft zwei weitere Frauen aus seinem Kabinett

Bondi und Gabbard vor dem Aus?Berichte: Trump wirft zwei weitere Frauen aus seinem Kabinett

02.04.2026, 18:04 Uhr

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Bei ihren Vereidigungen applaudiert US-Präsident Trump Bondi (l.) und Gabbard noch. Nun könnten beide ihre Posten verlieren. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Trumps erste Amtszeit ist von einem ständigen „hire and fire“ im Kabinett geprägt. Das bleibt bisher aus. Bis jetzt. Kürzlich ersetzt der US-Präsident Heimatschutzministerin Noem, nun könnte eine weitere Ministerin und seine Geheimdienstdirektorin folgen.

Einem Bericht zufolge könnte US-Präsident Donald Trump demnächst US-Justizministerin Pam Bondi entlassen. Er habe demnach in den letzten Tagen mehrfach darüber gesprochen, berichten vier Personen der „New York Times“ (NYT). Trump sei mit Bondis Führung des Ministeriums unzufrieden, heißt es. Besonders der Umgang mit den Epstein-Akten und ein aus Präsidentensicht zögerliches Vorgehen gegen politische Gegner würden ihn verärgern.

Der Zeitung zufolge habe Trump bereits Lee Zeldin als möglichen Nachfolger ins Spiel gebracht. Der ist derzeit Leiter der Umweltschutzbehörde und zähle zu Trumps zuverlässigsten Mitstreitern, sagten die vier Quellen gegenüber der NYT. Die endgültige Entscheidung über Bondis Schicksal sei aber noch nicht gefallen.

Anhänger Bondis verwiesen auf Fotos der Justizministerin und Trumps, als diese am Mittwoch gemeinsam zum Obersten Gerichtshof fuhren, um eine Debatte über ein Gesetzesvorhaben zur US-Staatsbürgerschaft zu verfolgen. Die Bilder sollten Verbundenheit belegen und Gedanken über eine mögliche Entlassung Bondis zerstreuen. „Generalstaatsanwältin Pam Bondi ist eine wunderbare Person und sie leistet gute Arbeit“, erklärte Trump gegenüber der „New York Times“. Ein Sprecher Bondis verwies erneut darauf.

Allerdings übt Trump seit Monaten immer wieder Kritik an seiner Justizministerin. Er unterstellte ihr mehrfach mangelhafte Kommunikation, unter anderem rund um die Epstein-Akten. Bondi hatte deren Geheimhaltung zunächst verteidigt. Aufgrund öffentlichen Drucks ließ Trump dann einen großen Teil von ihnen veröffentlichen; etwa drei Millionen Akten.

Öffentliche Beschwerden via Truth Social

Bondi soll Mitte April im Ausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort stehen. Sie soll dort über die Ermittlungen ihres Ministeriums gegen Jeffrey Epstein aufklären. Die Anhörung ist laut NYT für den 14. April angesetzt. Allerdings versuchen Bondi und der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, James Comer, dies zu verhindern.

Zudem wirft Trump Bondi vor, nicht entschlossen genug gegen dessen politische Gegner vorgegangen zu sein, berichtet die „New York Times“ weiter. Im September etwa veröffentlichte Trump einen Beitrag auf seinem Portal Truth Social, in dem er sich an Bondi richtete und sich über das Ausbleiben von Anklagen beschwerte. Besonders verärgert war er darüber, dass das Justizministerium Fälle gegen seine politischen Gegner nicht gewinnen konnte, darunter gegen den ehemaligen FBI-Direktor James B. Comey und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James.

Bisher war Trumps zweite Amtszeit von hoher personeller Kontinuität geprägt. In seiner ersten Präsidentschaft gab es ein stetes Kommen und Gehen von Ministern und hohen Beamten. Allerdings sagten einige Beamte der „New York Times“ zufolge, dass die Entlassung von Heimatschutzministerin Kristi Noem Anfang März seine Haltung diesbezüglich geändert haben könnte. Da der Übergang zu Markwayne Mullin relativ geräuschlos über die Bühne ging, könnte Trump weitere Änderungen in seinem Kabinett vornehmen.

So berichtete der britische „Guardian“, dass Trump über seine Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard ebenfalls verärgert sein soll. Eine Analyse aus ihrem Hause kam zu dem Urteil, der Iran habe seine Nuklearanlagen seit den vernichtenden US-israelischen Luftangriffen vom vergangenen Juni nicht wieder aufgebaut. Trump hatte den Krieg unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit „bald“ sogar die USA angreifen.

Ähnlich hatte sich Joe Kent, der Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorbekämpfung geäußert. Der rechte Hardliner kritisierte, dass die USA sich aus seiner Sicht von Israel in den Krieg haben hineinziehen lassen. Daher trat er am 17. März von seinem Posten zurück. Mitglieder der US-Regierung, auch Trump selbst, kritisierten ihn scharf für seine Worte. In einer schriftlichen Erklärung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats tags darauf teilte Gabbard Kents Zweifel unterstützte damit indirekt dessen Kritik an Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Quelle: ntv.de, als

Source: n-tv.de