Bombenentschärfung in Dresden triumphierend

Stand: 11.03.2026 • 17:53 Uhr

Die an der Dresdner Carolabrücke gefundene 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft worden. Rund 18.000 Menschen mussten zuvor ihre Wohnungen verlassen. Wegen eines stark beschädigten Zünders kam ein Wasserstrahlschneidgerät zum Einsatz. Der Großeinsatz führte zu zahlreichen Sperrungen in der Innenstadt. Am Ende ging alles gut.

Von MDR SACHSEN

Die am Dienstagabend gefundene 250-Kilo-Bombe britischer Bauart ist erfolgreich entschärft worden. Der Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Mittwoch dauerte etwa zwei Stunden. Da der Zünder stark verrostet und verbogen war, musste ein Wasserstrahlschneidgerät eingesetzt werden. Alle Details zur Evakuierung und Entschärfung lesen Sie in unserem Ticker.

Warum konnte die Bombe eigentlich nicht manuell entschärft werden?

Sprengmeister Thomas Zowalla sagt, das sei zu gefährlich gewesen, weil der Zünder beim Abwurf zu stark beschädigt worden war. Deshalb habe man sich entschieden, den Zünder samt Bombenboden mit einem Wasserstrahlschneidgerät herauszuschneiden. Dafür sei ein Team von insgesamt zwölf Personen nötig gewesen. Der Zünder sei anschließend „sofort durch Sprengen vernichtet“ worden.

Der Zünder sei grundsätzlich das Gefährlichste an einer Bombe, da sich darin Initialsprengstoff befindet, der die Detonation auslöst. „Der Zünder hatte im Prinzip ausgelöst, er hätte eigentlich funktionieren müssen. Warum das nicht so war, wissen wir nicht genau“, sagte Zowalla. Zur Sprengkraft der Bombe erklärte Zowalla, „wenn so eine Bombe in ein Eigenheim einschlägt, dann ist es weg samt Keller.

18.000 Menschen evakuiert

Bereits am Morgen hatte die Polizei begonnen, den Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle zu räumen. Insgesamt waren 18.055 Anwohner sowie zahlreiche Touristen und Beschäftigte betroffen, ebanso Kitas, Schulen, Pflege- und Seniorenheime und zahlreiche andere Einrichtungen. Auch die Semperoper, das Residenzschloss, die Staatlichen Kunstsammlungen, der Zwinger, das Verkehrsmuseum und der Kulturpalast konnten nicht öffnen. Gegen Mittwochmittag war der Bereich vollständig geräumt.

Mehr als 300 Menschen in der Notunterkunft

In der Notunterkunft an der Messe Dresden wurden zeitweise mehr als 300 Menschen betreut. Viele von ihnen kamen aus Pflegeeinrichtungen. 35 Einsatzkräfte standen für Betreuung und Versorgung bereit. Die Dresdner Verkehrsbetriebe hatten zusätzliche Shuttle-Linien zur Notunterkunft eingerichtet.

Fake News im Netz durch KI-Suche

Für Irritationen sorgte eine KI-Auskunft der Google-Suche: Mehrere Nutzer erhielten vor der Entschärfung die fälschliche Information, die Bombe sei bereits entschärft. Die Polizei Dresden stellte klar, dass dies nicht der Fall sei und warnte davor, den Sperrkreis zu betreten.

Sondierungen an der Carolabrücke seit Oktober

Seit Oktober läuft eine sogenannte Kampfmittelsondierung an der ehemaligen Carolabrücke in Dresden. Die beiden mutmaßlichen Blindgänger, die am Dienstag freigelegt wurden, waren bei vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Carolabrücke am Neustädter Elbufer entdeckt worden.

Einer der zwei Verdachtspunkte konnte als Bauschrott identifiziert werden, der andere stellte sich jedoch als 250-Kilo-Bombe britischer Bauart heraus. Bei den Abrissarbeiten an der eingestürzten Carolabrücke gab es im vergangenen Jahr bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Menschen von der Entschärfung betroffen.

MDR (kbe)/dpa

Source: tagesschau.de