Nach Tagen des Schweigens hat sich Ulmen-Freund Fahri Yardım erstmals öffentlich zu den Vorwürfen von Collien Fernandes geäußert. In einem Social-Media-Post bezieht er Stellung – und erhält nicht nur Zuspruch.
Vor vier Tagen machte Collien Fernandes schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich. Dabei geht es unter anderem um digitale sexualisierte Gewalt, Deepfake-Technologien und Missbrauch im Internet. Ulmen selbst hat sich bislang nicht öffentlich dazu geäußert; seine Anwälte weisen die Berichterstattung zurück. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Viele prominente Stimmen haben sich bereits solidarisch mit Fernandes gezeigt und ihren Schritt gewürdigt, persönliche Erfahrungen öffentlich zu machen und damit auf ein gesellschaftlich relevantes Problem aufmerksam zu machen.
Fahri Yardım, der von 2017 bis 2023 gemeinsam mit Fernandes und Ulmen für die Serie „jerks“ vor der Kamera stand, erklärte nun, warum er so lange geschwiegen habe. Er sei „genauso geschockt wie viele andere“ und habe Zeit gebraucht, um die Situation zu verarbeiten.
Gleichzeitig gesteht er, dass Schweigen nicht neutral sei. Es beeinflusse die öffentliche Wahrnehmung und könne dazu beitragen, dass Betroffenen weniger Glauben geschenkt werde – ein Muster, das in der Vergangenheit häufig zu beobachten gewesen sei. Dennoch habe er sich zunächst nicht anders verhalten können.
In seinem Beitrag beschreibt Yardım auch, wie belastend es sei, wenn schwerwiegende Vorwürfe aus dem eigenen persönlichen Umfeld kämen. Zugleich zeigt er Verständnis dafür, dass sein spätes Reagieren selbst als Haltung gewertet werde – mit realen Konsequenzen.
Collien Fernandes spricht er seine „volle Solidarität“ aus. Er würdigt ihren Umgang mit den Erlebnissen und sieht darin die Möglichkeit, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
Die Reaktionen auf seinen Beitrag fallen in den Kommentaren unter seinem Post unterschiedlich aus: Während einige seine Worte anerkennen, werfen andere ihm vor, zu wenig klare Position bezogen zu haben. Vereinzelt wird sogar spekuliert, der Text sei mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden.
So heißt es etwa: „Wie viel nichts sagende Buzzwords kann man in ein Statement packen?“. Und weiter: „Klare Worte wären notwendig gewesen, ähnlich wie bei Benjamin von Stuckrad-Barre und nicht Sätze, die eindeutig mindestens ein Texter und ein Management hinter sich haben.“
Andere Stimmen kritisieren vor allem die Wirkung des Textes: „Das klingt für mich generisch, kryptisch und unpersönlich.“ Zudem wird bemängelt: „Ich kann Null greifen, was Deine tatsächliche Haltung ist.“ Teilweise wird die Kritik zugespitzt zusammengefasst: „Sorry, aber da wäre für mich Schweigen doch besser gewesen.“
Auf diese Kritik reagierte Yardım noch am selben Abend. Er bezeichnete seinen Beitrag als „kopflastig“ und erklärte, dies spiegele seine Überforderung wider. Abschließend kündigte er an, sich erneut zu äußern, sobald er emotional wieder klarer sei.
jmr
Source: welt.de