Fast 100 Skulpturen und etliche Papierarbeiten aus dem Nachlass Anton Hillers (1893 bis 1985) kommen am 25. März bei Neumeister in München zum Aufruf. Der Bildhauer studierte in seiner Heimatstadt München bei Hermann Hahn und stand zunächst dessen an Adolf von Hildebrand geschultem Neoklassizismus nah: gut abzulesen an einem gipsernen Frauenakt aus dem letzten Studienjahr 1923 (Taxe 3000 bis 4000 Euro).
Später reduzierte sich seine Formensprache, blieb aber dem menschlichen Körper verplfichtet. Die lebensgroße „Männliche Figur“ aus Bronze von 1950 zeigt kräftige Proportionen, während Muskeln und Gelenke nur angedeutet sind (7000/8000). In den Sechziger- und Siebzigerjahren schließlich setzte Hiller Figuren wie eine gertenschlanke Statuette von 1972 aus geometrischen Körpern zusammen (4000/6000).
Bernhard Maaz, ehemals Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, hat den Text über Hiller im Auktionsmagazin geschrieben. Im Gespräch sagt er, es sei so gut wie nichts über Hiller in der NS-Zeit bekannt. Zwar war der Künstler auf drei der acht Großen Deutschen Kunstausstellungen vertreten, passte sich aber nicht dem naturalistischen Blut-und-Boden-Stil nach NS-Geschmack an. Man darf annehmen, dass er sich irgendwie durch die Jahre der Diktatur hindurchschlängelte. 1946 wurde er Professur an Münchens Kunstakademie. Einer seiner prominentesten Schüler war Fritz Koenig. Von ihm bietet Neumeister eine silberne „Kugelkaryatide N.Y. 1968“ an, eine kleine Fassung der Monumentaversion, die den Anschlag auf das World Trade Center 2001 überstand (bis 15.000).
Es gibt auch saisonale Ware: Ostereier aus Porzellan
Einen zweiten Schwerpunkt setzen bei der Frühjahrsauktion von Neumeister Porzellaneier aus der Kaiserlichen Manufaktur in Sankt Petersburg. Solche Eier verschenkte man am russischen Zarenhof an Familie, Freunde, Verwandte oder zu ehrende Personen. Die preußische Königstochter Charlotte, die als Gemahlin Nikolaus‘ I. Zarin wurde, soll den Brauch an den Berliner Hof gebracht haben soll. Jedenfalls griff KPM, die Königliche Porzellan-Manufaktur, das Petersburger Vorbild auf, verlegte sich allerdings bei der Bemalung im protestantischen Preußen auf eher weltliche statt der religiösen russischen Motive.
Als saisonales i-Tüpfelchen auf dem Auktionsangebot versteigert Neumeister gut zwei Dutzend dieser bunten Rundlinge aus einstigem Besitz Luise Marie Elisabeths von Preußen, verheirateter Großherzogin von Baden (1838 bis 1923). Zwischen 1850 und 1900 schuf KPM diese Ostergrüße, geschmückt mit Berliner Veduten, Schlössern oder auch Friedrich dem Großen zu Pferd. Jeweils zu mehreren in einem Los zusammengefasst, gelten ihnen Taxen zwischen 600 und 700 oder 2000 bis 2200 Euro.
Source: faz.net