Der preisaggressive Damenmode-Filialist Chicorée betreibt 185 Läden in der Schweiz.
Trotz rückläufiger Frequenzen im stationären Handel und temporärer Standortschließungen ist die Schweizer Modekette 2025 nahe an das Vorjahresniveau herangekommen. Neue Kollektionen, zusätzliche Filialen und Investitionen in Technologie sollen nun die Basis für weiteres Wachstum schaffen.
Chicorée hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 183 Mio. Schweizer Franken erzielt (umgerechnet rund 190 Mio. Euro). Das entspreche einem Rückgang von 1% gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen verweist auf ein herausforderndes Marktumfeld im stationären Handel sowie auf temporäre Filialschließungen als belastende Faktoren.
Umsatzentwicklung unter schwierigen Rahmenbedingungen
CEO Thomas Ullmann erklärte, das Resultat sei angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten und der strukturellen Herausforderungen im stationären Handel als stabil zu bewerten. Zugleich dankte er den knapp 1.000 Beschäftigten für ihren Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.
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Für 2026 äußerte sich Ullmann vorsichtig zuversichtlich. Man gehe davon aus, den Gesamtumsatz im laufenden Jahr wieder steigern zu können. Die aktuellen Kollektionen würden beim Zielpublikum auf Resonanz stoßen und zunehmend auch jüngere Kundinnen ansprechen, so der CEO.
Filialnetz wächst weiter
Im Jahr 2025 hat Chicorée drei neue Filialen eröffnet. Damit betreibt das Unternehmen nun 185 Standorte in allen Landesteilen der Schweiz und beschäftigt nach eigenen Angaben über 970 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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Auch für 2026 sind weitere Neueröffnungen geplant. Bereits zu Jahresbeginn sollen fünf zusätzliche Filialen an den Start gehen, darunter ein Standort im Kanton Aargau sowie jeweils zwei neue Geschäfte in den Kantonen Tessin und Basel-Landschaft. Das bestehende Filialnetz solle gezielt weiter optimiert und ausgebaut werden.
Neue Kollektion zielt auf jüngere Zielgruppen
Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr lag auf der Einführung der neuen Kollektion Mini & Me. Das Sortiment richtet sich gezielt an Mütter und Töchter und soll nach Unternehmensangaben bewusst die nächste Generation von Kundinnen ansprechen.
Co-CEO Mathias Weber, Mitglied der Inhaberfamilie Weber, erklärte, die positive Resonanz bestätige die strategische Ausrichtung. Die Kollektion solle dazu beitragen, die langfristige Bindung an die Marke zu stärken.
Fokus auf Nachwuchs und Digitalisierung
Parallel dazu investiert Chicorée nach eigenen Angaben verstärkt in die Entwicklung von Nachwuchskräften. Ein Teil der Führungspositionen sei in den vergangenen Jahren mit Talenten aus den eigenen Reihen besetzt worden. Zudem werde das Thema Berufsausbildung weiter ausgebaut.
Weiterhin plant das Unternehmen Investitionen in Technologie und die Weiterentwicklung seiner Omnichannel-Strategie. Im Mittelpunkt stünden Innovationen im Kundenprogramm sowie personalisierte Kundenkommunikation. Auch der Onlineshop soll auf einen Großteil des Sortiments ausgeweitet werden. Ergänzend sind neue Services wie Click & Collect vorgesehen, bei denen Kundinnen Ware online reservieren und in der Filiale bezahlen oder abholen können.
Über Chicorée
Chicorée zählt zu den großen Anbietern preisorientierter Damenmode in der Schweiz und ist flächendeckend im stationären Handel präsent. Das Unternehmen befindet sich im Familienbesitz und verfolgt eine Wachstumsstrategie, die auf Filialexpansion, Sortimentsentwicklung und den Ausbau digitaler Vertriebskanäle setzt. In einem von Kaufzurückhaltung und steigenden Kosten geprägten Marktumfeld versucht Chicorée damit, seine Marktposition abzusichern und neue Kundengruppen zu erschließen.