Bilanz: Primark-Umsatz rückläufig, Aktie aufwärts Talfahrt

Primark kämpft mit Umsatzrückgang und Margenverlust.

Budget-Käufer in Europa und in den USA schnallen den Gürtel enger: Die irische Discount-Modekette Primark bekommt auf dem europäischen Markt Gegenwind zu spüren. In den 16 Wochen bis zum 3. Januar wird für Europa (ohne Irland und Großbritannien) ein Umsatzrückgang von 5,7% gemeldet.

Das geht aus einem Trading Update der Konzernmutter Associated British Foods (ABF) hervor. „Primark hat einen herausfordernden Start ins Geschäftsjahr mit einer gemischten Performance hinter sich. In Großbritannien haben gezielte Maßnahmen und Investitionen zur Stärkung unseren Kundenangebots zu verbesserten Handels- und Marktgewinnen geführt, während der Handel in Kontinentaleuropa schwach geblieben ist“, sagte George Weston, Chief Executive von ABF. Es wird mit einer kurzfristigen Fortsetzung der harten Handelsbedingungen gerechnet. Die ABF-Aktien gingen an diesem Donnerstagmorgen mit einem Rückgang um 11,58% auf Talfahrt und notierten bei 1,894.00 Pence. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 13,41 Mrd. Pfund (15,42 Mrd. Euro).

In Großbritannien erzielte Primark ein Umsatzwachstum von rund 3%, wobei auf einen insgesamt schwierigen Markt insbesondere über Weihnachten mit einem Umsatzwachstum von 1,7% hingewiesen wird. Die Performance wird als Ergebnis der Maßnahmen und Investitionen gewertet, um Primarks Kundenversprechen zu stärken, indem das Produktangebot und Preiswahrnehmung verbessert und die digitale Kundenbindung, einschließlich Click & Collect, erhöht wird.

Store-Expansion unterstützt Primark-Umsatz in den USA

In den USA war das Einzelhandelsumfeld volatil, was sich auf die Verbraucherstimmung und die Besucherzahlen auswirkte. Das Store-Rollout-Programm setzte sich marktübergreifend fort und trug rund 4% zum Umsatzwachstum im Berichtszeitraum bei, einschließlich der ersten Ladeneröffnung in Kuwait durch Primarks Franchise-Modell.

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Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich erwartet

Insgesamt lag der Umsatz von Primark unter den bisherigen Erwartungen. Das Unternehmen rechnet nun im ersten Halbjahr 2026 mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich. „In einem schwierigen Handelsumfeld haben wir die Reduzierungen deutlich erhöht, um die Lagenbestände effektiv zu verwalten, was sich auf die Rentabilität auswirkte“, heißt es. Ein breites Spektrum von Initiativen sind für die kommenden Monate geplant, von denen insbesondere in Europa ein verbesserter Umsatz und eine verbesserte Rendite erwartet wird. Kontinentaleuropa macht 49% des Gesamtumsatzes von Primark aus, während UK und Irland einen Anteil von 45% an den Gesamtverkäufen haben und die USA 6% beitragen. Separate Zahlen für die einzelnen Märkte innerhalb Europas, wie zum Beispiel Deutschland, gibt das Unternehmen nicht bekannt. Wenn sich die aktuelle Umsatzentwicklung von Primark im zweiten Halbjahr fortsetzen sollte, würde die bereinigte operative Gewinnmarge für das Gesamtjahr bei etwa 10% liegen, wird mitgeteilt.

Analysten-Kommentar

So kommentiert Louise Deglise-Favre, Lead Apparal Analyst bei dem Daten- und Analyseunternehmen GlobalData die Primark-Zahlen: „Während die internationale Expansion nach wie vor ein wichtiger Wachstumshebel ist, unterstreicht die Abhängigkeit von neuen Flächen die Notwendigkeit einer verbesserten Verbrauchernachfrage, wenn Primark langfristig gegen starke Akteure wie Shein und Zara wettbewerbsfähig bleiben will. Primark sollte in wirkungsvolles Marketing investieren, um seine starken Preis-Leistungs- und Modenachweise besser zu rüberzubringen.

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Im November teilte ABF mit, dass eine Abspaltung der Discount-Kette Primark von der Lebensmittelsparte der Mutterkonzerns in Betracht gezogen wird. Danach erwägt das Food- und Retail-Konglomerat im Rahmen einer strategischen Überprüfung eine mögliche Trennung beider Geschäftsbereiche in eigenständige Unternehmen, um den Konzernumbau voranzutreiben. Die Überprüfung könne bis zu zwei Jahre dauern, sagte Weston im November. Die gedämpften Verkäufe bei dem Billiganbieter Primark, der nach wie vor als „Juwel in der Krone“ des Unternehmens gilt, dürfte den Druck auf ABF weiter erhöhen, während um einen Turnaround der Zuckersparte gekämpft wird.

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