Bilanz deutscher Musikmarkt: Die CD kann sich behaupten – noch

Die Wachablösung wurde dann doch noch einmal verschoben: Auch im Jahr 2025 war die CD der zweitgrößte Umsatzbringer auf dem deutschen Markt für Musikaufnahmen – und das obwohl ihr Marktanteil wieder stark zurückging (minus 11,3 Prozent).

Für 7,2 Prozent der insgesamt 2,42 Milliarden Euro Jahresumsatz stand das CD-Geschäft noch, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag mitteilte.

Insgesamt wuchs der Markt um 2,3 Prozent. Die Einnahmen, die bei der Industrie verblieben, beliefen sich laut BVMI auf 1,33 Milliarden Euro. Sämtliche Daten sind nicht inflationsbereinigt.

Dass die CD ihren Platz verteidigen konnte, liegt vor allem am mittlerweile langsameren Vinyl-Wachstum. Zum Halbjahr war der Umsatz mit Schallplatten sogar geschrumpft – zum ersten Mal seit 2018. Nach 12 Monaten steht für Vinyl nun ein Plus von 2,8 Prozent zu Buche.

Zwar ist das Vinyl-Geschäft nicht zuletzt abhängig davon, wann neue Alben oder Wiederveröffentlichungen erscheinen. Insgesamt aber sind die Zeiten der ganz großen Zuwächse auch im Vinyl-Bereich erst einmal vorbei.

Für das Streaming gilt das ohnehin. Die Ausschüttungen von Spotify, Apple, Amazon, Youtube Music und Co. legten im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent zu und stehen nun für 84,4 Prozent des Gesamtmarktes. Doch im Jahr 2024 hatte der Zuwachs noch 12,6 Prozent betragen.

Diese Entwicklung ist kein deusches Phänomen. Auf vielen großen, westlichen Märkten flacht das Wachstum ab, obgleich es in der Branche stets heißt, in Deutschland gebe es mit Blick auf Streaming-Abos noch Luft nach oben.

Weitere Preiserhöhungen bei Spotify und Co?

Die Dienste reagieren mit Preiserhöhungen. Marktführer Spotify preschte hierzulande im August mit der zweiten Erhöhung innerhalb kurzer Zeit vor. Das Einzelabo kostet für Neukunden seitdem 12,99 Euro im Monat, beinhaltet aber auch die Möglichkeit 12 Stunden Hörbücher zu hören. Die Konkurrenz steht bei 10,99 oder 11,99 Euro für das Einzelabo.

Alle Dienste schütten rund zwei Drittel ihres Umsatzes aus ihrem Kerngeschäft Musik an die Rechteinhaber der auf den Plattformen verfügbaren Songs aus. Aus der Musikbranche kommen folglich immer wieder Forderungen nach weiteren Preiserhöhungen – unter anderem mit Verweis auf die Preispolitik von Netflix.

Auch Spotify arbeitet an KI-Tool

Hoffnungen auf neue Einnahmequellen ruhen derweil auf KI-Angeboten. Denn während die Branche die vielen Verletzungen von Persönlichkeits- und Urheberrecht anprangert, geht sie gleichzeitig mit KI-Unternehmen Lizenzdeals ein.

Auch Spotify arbeitet an einem KI-Tool, in dem Nutzer perspektivisch Remixe und Cover-Versionen mit Songs und Stimmen von Künstlern erstellen können sollen.

Ein vergleichbares Angebot plant das KI-Start-up Udio. Mit Warner Music, Universal und der gemeinsamen Lizenzplattform der Indie-Labels, Merlin, hat Udio mittlerweile Lizenzvereinbarungen ausgehandelt.

Bis das Angebot startet, dürfte es aber noch diverse weitere Deals brauchen, da an einem Song oftmals viele Personen beteiligt sind, deren Rechte wiederum bei unterschiedlichsten Unternehmen liegen können. Auch müssen Labels und Verlage die Interpreten und Songwriter von den geplanten neuen Angeboten überzeugen.

„Unsere Aufgabe ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem Kreativität, Fairness und Innovation zusammenkommen“, sagte Briegmann im Januar zu den Bestrebungen: „Großes Potential liegt darin, dass junge Zielgruppen Musik als etwas Erlebbares und Mitgestaltbares begreifen. Wir glauben, dass das ein attraktives Angebot für Superfans wird.“

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