Bilanz des Autoherstellers: BMW ist keine „gmahde Wiesn“

Es ist die letzte Bilanz, die Oliver Zipse zu verantworten hat. Und sie hätte, na klar, besser ausfallen können. Aber in diesen turbulenten Zeiten tröstet den scheidenden BMW-Chef der Vergleich mit der Konkurrenz: Gerade erst musste Volkswagen-Chef Oliver Blume die Halbierung des Gewinns und den Abbau von bis zu 50.000 Stellen verkünden, zuvor hatte Mercedes-Chef Ola Källenius eingeräumt, dass sich die Marke mit dem Stern in einem „sehr dynamischen Umfeld“ nicht sonderlich gut behauptet hat. In Wolfsburg wie in Stuttgart zeigten alle wichtigen Kennzahlen nur in eine Richtung: steil abwärts. In München sieht die Bilanz so gesehen schon besser aus.

Umsatz und Gewinn sinken leicht, beim Absatz gelang sogar ein kleiner Zuwachs. Ein Autohersteller, der angesichts mächtiger Konkurrenz aus China, wackeligen Lieferketten und Strafzöllen in den USA die Dividendenausschüttung konstant hält, davon gibt es nicht allzu viele.

Auch BMW spürt in China Gegenwind

Zipse kann also in der Hauptversammlung im Mai mit erhobenem Haupt vor die Aktionäre treten. Seinem Nachfolger Milan Nedeljković übergibt er ein Unternehmen, das nicht nur finanziell wohlgeordnet, sondern auch technologisch auf der Höhe der Zeit ist. Zipse hielt in seiner gesamten siebenjährigen Amtszeit eisern am Verbrennermotor fest und ließ parallel mit der „Neuen Klasse“ eine Plattform entwickeln, auf der in den kommenden Jahren insgesamt acht neue Elektromodelle erscheinen werden.

„A gmahde Wiesn“, wie der Münchner sagt, ist die Führung des BMW-Konzerns aber ganz sicher nicht. Im Gegenteil: BMW spürt in China denselben Gegenwind wie alle anderen westlichen Autohersteller, muss dort hohe Rabatte gewähren, um überhaupt noch Autos zu verkaufen. Gleichzeitig sind die klassischen Kostensenkungsspielräume bei den Lieferanten wie beim Material schon ausgereizt. Sollte es auf den stabilen Märkten in Europa und Nordamerika auch noch ungemütlicher werden, wird Nedeljković wohl zu den Mitteln greifen, die bei Mercedes und Volkswagen schon angewendet werden.

Auch das hat bei BMW eine Vorgeschichte: Als der legendäre Vorstandschef Norbert Reithofer 2007 sein Amt antrat, strich er 8000 Stellen. Damals ging ein Ruck durch den Vierzylinder, wie die BMW-Zentrale am Petuelring genannt wird. Es war zugleich aber der Grundstein dafür, dass BMW besser durch spätere Krisen kam als die Konkurrenz.

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