Betrugsverdacht: Durchsuchung nebst dauerkranker Lehrerin aus Duisburg

Stand: 27.03.2026 • 17:40 Uhr

Eine Lehrerin aus Duisburg ist 16 Jahre lang wohl zu Unrecht krankgeschrieben worden. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs Ermittlungen gegen sie aufgenommen.

Von Torben Wiedenhaupt

Der Fall hatte die Behörden bereits im vergangenen Sommer in große Erklärungsnot gebracht: Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel war über 16 Jahre hinweg krankgeschrieben – offenbar zu Unrecht. Trotz fehlender Dienstttätigkeit erhielt sie weiterhin ihre vollen Bezüge vom Land NRW. Eine amtsärztliche Untersuchung wurde in all den Jahren nie veranlasst. Parallel dazu arbeitete die Lehrerin jedoch weiter – nicht im Schuldienst, sondern als Heilpraktikerin.

Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Es gebe mehrere Hinweise darauf, dass die Beschuldigte dem Land NRW bewusst falsche Angaben gemacht habe. Am Dienstag durchsuchten Ermittler die Wohnung der Studienrätin in Duisburg und stellten Unterlagen sowie digitale Datenträger sicher. Den Behörden zufolge soll die Lehrerin während ihrer Krankmeldungen als Heilpraktikerin praktiziert und sogar an einem Gründungswettbewerb teilgenommen haben.

Dienstrechtliche Verfahren laufen parallel

Die Lehrerin war zuletzt 2009 regulär im Schuldienst tätig und meldete sich danach immer wieder mit Attesten wegen eines psychischen Leidens krank. Die aktuellen strafrechtlichen Vorwürfe beziehen sich nach Einschätzung der Ermittler jedoch nur auf die Jahre 2021 bis 2025, weil frühere Zeiträume voraussichtlich verjährt sind. Parallel wird überprüft, ob sowohl die Lehrkraft als auch ein beteiligter Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf ihre dienstlichen Pflichten verletzt haben.

Land NRW plant strengere Kontrollmechanismen

Als Konsequenz aus dem Fall will das Land NRW die Prüfung von längeren oder wiederkehrenden Krankmeldungen verschärfen. Auffällige Unterbrechungen in Krankheitsphasen sollen künftig schneller identifiziert werden. Zudem wird geprüft, wie Ausfallzeiten insgesamt transparenter und effektiver kontrolliert werden können – ohne dabei tatsächliche Erkrankungen zu vernachlässigen.

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Duisburg

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 27.03.2026, 15.31 Uhr

Source: tagesschau.de