Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch im Fürstentum Monaco ungleiche Machtverhältnisse kritisiert und zur Selbstreflexion gemahnt. Für den Nachmittag ist eine Messe mit Zehntausenden Besuchern geplant.
Bei seinem Besuch im Fürstentum Monaco hat Papst Leo XIV. die wachsende „Kluft zwischen Arm und Reich“ angeprangert. In seiner Ansprache vom Balkon des Fürstenpalasts aus verwies das katholische Kirchenoberhaupt auf „ungerechte Machtverhältnisse“ und die „Abgründe zwischen Arm und Reich“.
„Hier zu leben ist für manche ein Privileg und für jeden ein konkreter Aufruf, seinen eigenen Platz in der Welt in Frage zu stellen“, sagte der Papst: „In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund.“ Monaco gilt als Domizil der Reichen, beherbergt aber auch zahlreiche gemeinnützige Stiftungen.
Vor der Rede des Papstes sprach Monacos Fürst Albert II. vom „Gebot der Solidarität“ für diejenigen, „die über die meisten Mittel verfügen“. Kleine Staaten könnten zur Verbesserung der Welt beitragen, wenn sie ihren Werten treu blieben, sagte Albert II. Er hatte den Papst vor dem gemeinsamen Auftritt zu einer privaten Unterredung getroffen.
Erster offizieller Besuch eines Papstes in Monaco
Der Papst war an Bord eines Hubschraubers vom Vatikan nach Monaco geflogen. Bei seiner Ankunft in dem Fürstentum läuteten Kirchenglocken. Zahlreiche Schaulustige säumten die Strecke des sogenannten Papamobils auf der Rue Grimaldi. Am Nachmittag ist eine Messe unter freiem Himmel im Stadion des AS Monaco geplant, zu der bis zu 15.000 Menschen erwartet werden.
Es ist die zweite Auslandsreise von Leo XIV. seit seiner Amtseinführung im vergangenen Jahr und die erste offizielle Reise eines amtierenden Kirchenoberhaupts in das Fürstentum. Monaco und der Vatikan stehen sich traditionell nahe: Der Katholizismus ist seit den 1960er-Jahren in der Verfassung des winzigen Fürstentums verankert.
Source: tagesschau.de