Besatzungsmitglied vermisstAbgeschossener US-Jet im Iran setzt Trump unter Druck
04.04.2026, 06:04 Uhr
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Ein US-Kampfjet stürzt nach feindlichem Beschuss über dem Iran ab. Während die heikle Rettungsaktion für ein vermisstes Crewmitglied läuft, wird ein weiteres US-Flugzeug getroffen. Zuvor hatte die Trump-Regierung noch behauptet, die Lufthoheit über dem Land erlangt zu haben.
Nach dem ersten feindlichen Abschuss eines US-Kampfjets im Iran seit Kriegsbeginn ist der Verbleib eines Besatzungsmitglieds ungewiss. Es war laut iranischen Angaben und US-Medienberichten nicht der einzige Rückschlag, den die Vereinigten Staaten am Freitag nach fünf Wochen Kampfhandlungen erlitten: Demnach traf der Iran auch ein US-Kampfflugzeug vom Typ A-10 in der Region des Persischen Golfs nahe der Straße von Hormus.
Wie die Sender NBC News und CBS News unter Berufung auf US-Beamte berichteten, unterstützte die Maschine eine Such- und Rettungsmission, nachdem der Iran zuvor den Kampfjet vom Typ F-15E über seinem Territorium abgeschossen hatte. Der Pilot des Flugzeugs vom Typ A-10 schaffte es mehreren US-Medien zufolge, seine beschädigte Maschine in den Luftraum Kuwaits zu steuern und sich in Sicherheit zu bringen.
Der Iran traf nach Informationen von NBC News und der „Washington Post“ auch zwei Black-Hawk-Hubschrauber, die demnach ebenfalls an den Such- und Rettungsmaßnahmen beteiligt waren. Soldaten seien verletzt worden, konnten sich aber in Sicherheit bringen, hieß es.
Rettungsaktion: Trump reagiert schmallippig
Die Vorfälle stellen eine weitere Eskalation des von den USA und Israel begonnenen Krieges dar und zeigen: Der Iran ist immer noch dazu in der Lage, den Angreifern gefährlich zu werden. Präsident Donald Trump setzt das unter Druck. Der Präsident, der die US-Hauptstadt sonst freitags oft verlässt, um das Wochenende in seinem Club Mar-a-Lago in Florida zu verbringen, bleibt laut seines offiziellen Terminplans an diesem Samstag in Washington. Er und sein Team versuchten zuletzt den Eindruck zu erwecken, dass US-Flugzeuge in Irans Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssen. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt, hieß es. Immer wieder suggerierte der Präsident: Die militärischen Fähigkeiten Teherans seien bereits nahezu vernichtet.
Nach den Rückschlägen hält sich die US-Regierung zunächst sehr bedeckt. Eines der beiden Besatzungsmitglieder der Maschine vom Typ F-15E konnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge nach dem Absturz gerettet werden. Nach dem anderen wird in einer aufwendigen Rettungsaktion gesucht. Auf die Frage, was er tun würde, falls das noch gesuchte, andere Crew-Mitglied von Iranern gefangengenommen oder verletzt werden sollte, sagte Trump laut der britischen Zeitung „The Independent“ in einem Telefoninterview: „Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil – wir hoffen, dass das nicht passieren wird.“ Etwaige Gespräche mit dem Iran sieht Trump durch den Absturz des Kampfjets NBC News zufolge nicht beeinflusst. „Es ist eben Krieg“, sagte er auf eine entsprechende Frage.
Eine Verhandlungslösung ist derweil nicht in Sicht. Der Iran sollte sich auf einen Deal einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, hatte Trump am Donnerstag gedroht, nachdem die USA bei Teheran Irans wichtigste Autobahnbrücke bombardiert hatten. Trump betonte: „Die neue Führung des Regimes weiß, was getan werden muss.“ Und das müsse schnell geschehen, sagte er. In der US-Bevölkerung gibt es für den Krieg wenig Zustimmung, Trump hatte angekündigt, die Kämpfe innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen zu beenden. Ein mögliches Kriegsende ohne Verhandlungslösung und Zugeständnisse dürfte die Führung der Islamischen Republik – ungeachtet massiver Schäden und vieler Opfer im Land – als großen Sieg feiern.
Source: n-tv.de