Bernie Sanders: Die USA nähern sich immer mehr den Lebensbedingungen welcher „Dritten Welt“ an

Atmen wir einmal tief durch und vergessen wir für einen Moment Donald Trump, Jimmy Kimmel, die UN, Charlie Kirk, Gaza, einen drohenden Regierungsstillstand und all die anderen Krisen, mit denen wir konfrontiert sind. Sprechen wir stattdessen über die Realität, über die die von Konzernen kontrollierten Medien und das von Konzernen kontrollierte politische System kaum reden.

Was wir gerade erleben, ist der Aufstieg von zwei Amerikas. Eines für die Milliardärsklasse. Und eines für alle anderen.

In dem einen Amerika werden die Reichsten obszön reicher und haben es noch nie so gut gehabt. Dieses Amerika quillt über vor unvorstellbarem Reichtum, Gier und Prunk, sodass selbst das „Gilded Age“ bescheiden wirkt.

Und dann gibt es das zweite Amerika – ein Amerika, in dem die Mehrheit von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebt und darum kämpft, sich die grundlegenden Dinge des Lebens leisten zu können: Essen, Gesundheitsversorgung, Wohnen und Bildung.

Die einfache Wahrheit ist: Noch nie in unserer Geschichte hatten so wenige so viel Reichtum und Macht, während so viele in wirtschaftlicher Verzweiflung leben. Wie konnte das passieren?

Elon Musk ist seit der Wahl um über 180 Milliarden Dollar reicher geworden

Im ersten Amerika besitzt ein Mann – Elon Musk, der reichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von über 480 Milliarden Dollar – mehr Reichtum als die unteren 52 Prozent der US-Haushalte zusammen. Nachdem er 290 Millionen Dollar ausgegeben hat, um Trump zurück ins Weiße Haus zu bringen, ist Musk seit dem Wahltag um über 180 Milliarden Dollar reicher geworden. Ein ziemlich guter „Return on Investment“.

Aber offenbar reicht Musk das nicht. Um ihn als CEO „motiviert“ zu halten, schlug Teslas Aufsichtsrat vor, ihm ein Vergütungspaket von einer Billion Dollar zu geben, wenn er bestimmte Ziele erreicht. Eine Billion!

Jeff Bezos, der viertreichste Mensch der Welt, besitzt 233 Milliarden Dollar. Er kann mit seiner 500-Millionen-Dollar-Yacht nach Venedig zu seiner angeblich 50-Millionen-Dollar-Hochzeit segeln, bei der er seiner Frau einen Ring im Wert von drei bis fünf Millionen Dollar schenkte – auch deshalb, weil sein effektiver Steuersatz angeblich nur bei 1,1 Prozent liegt.

Mark Zuckerberg, der drittreichste Mensch der Welt, ist 258 Milliarden Dollar schwer. Er hat 110 Millionen Dollar ausgegeben, um in Palo Alto, Kalifornien, elf Häuser zu kaufen und sich sein eigenes Privatgelände zu schaffen – und weitere 270 Millionen für mehr als 2.300 Hektar Land auf Hawaii, inklusive eines 500 Quadratmeter großen Bunkers und drei Yachten im Wert von angeblich mehr als 530 Millionen Dollar.

Larry Ellison, der zweitreichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von 377 Milliarden Dollar, wurde kürzlich an nur einem Tag fast 100 Milliarden Dollar reicher. Er besitzt eine Privatinsel auf Hawaii und eine Flotte von Jets – und will Berichten zufolge jetzt große Medienunternehmen wie Warner Bros und CNN aufkaufen.

Zusammen sind diese vier Männer mehr als 1,3 Billionen Dollar wert. Aber es geht nicht nur um sie. Das reichste Prozent besitzt inzwischen mehr Vermögen als die unteren 93 Prozent. So kann es nicht weitergehen.

Das obere Prozent lebt in einer Welt, die völlig von der Realität normaler Amerikaner losgelöst ist. Sie fahren nicht in überfüllten U-Bahnen zur Arbeit oder stehen im Stau, um nach Hause zu kommen. Sie fliegen in eigenen Privatjets und Hubschraubern. Sie leben in Villen auf der ganzen Welt, schicken ihre Kinder auf Elite-Privatschulen, machen Urlaub auf Privatinseln. Und zum Spaß geben manche Millionen aus, um mit eigenen Raketen ins All zu fliegen.

Die Wochenlöhne des Durchschnittsarbeiters sind niedriger als vor 52 Jahren

Und dann ist da das andere Amerika, in dem die große Mehrheit lebt. Für sie ist die Wirtschaft nicht nur kaputt – sie bricht zusammen. In diesem Amerika sind trotz massiver Produktivitätssteigerungen die realen Wochenlöhne des Durchschnittsarbeiters heute niedriger als vor 52 Jahren.

In diesem Amerika können Menschen sich keinen Arztbesuch leisten (wenn sie überhaupt einen finden), geben über die Hälfte ihres begrenzten Einkommens für Miete oder Kreditraten aus, können sich die enormen Kosten für Kinderbetreuung nicht leisten und ihre Kinder nicht aufs College schicken. Obst, Gemüse und andere gesunde Lebensmittel liegen für viele jenseits des Budgets.

Für die meisten Amerikaner ist das System nicht nur kaputt, es kollabiert – und ähnelt immer mehr den Lebensbedingungen in der Dritten Welt.

Jeder braucht Gesundheitsversorgung. Doch heute sind mehr als 85 Millionen Amerikaner ohne Versicherung oder unterversichert – eine Zahl, die unter Trumps sogenannter „Big Beautiful Bill“ um mindestens 15 Millionen steigen wird.

Fast 800.000 Amerikaner sind obdachlos – es reicht!

Jeder braucht Wohnraum. Doch fast 800.000 Amerikaner sind obdachlos, mehr als 20 Millionen Haushalte geben über 50 Prozent ihres begrenzten Einkommens für Miete oder Hypothek aus. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Durchschnittsmieten mehr als verdoppelt, und der mittlere Preis für ein Eigenheim liegt inzwischen bei über 435.000 Dollar.

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Jeder braucht eine gute Bildung. Doch unser Kinderbetreuungssystem ist kaputt und extrem teuer. Viele öffentliche Schulen sind marode, Lehrer schlecht bezahlt und wenig wertgeschätzt, und amerikanische Schüler fallen in Mathe, Naturwissenschaften und Lesen immer weiter hinter ihre internationalen Altersgenossen zurück. Für Millionen ist ein Studium unerschwinglich, und Berufsschulen bilden nicht die Fachkräfte aus, die wir dringend brauchen.

Jeder braucht eine sichere Rente. Doch fast die Hälfte der älteren Arbeitnehmer hat keine Rücklagen und keine Vorstellung, wie sie je in Würde in Rente gehen sollen. Gleichzeitig müssen 22 Prozent der Senioren mit weniger als 15.000 Dollar im Jahr überleben.

Es reicht.

Louis Brandeis: „Entweder Demokratie oder Reichtum in den Händen weniger“

Wie der Oberste Richter Louis Brandeis 1933 sagte: „Wir können in diesem Land entweder Demokratie haben oder großen Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides.“ Diese Warnung ist heute noch relevanter.

In diesem entscheidenden Moment der amerikanischen Geschichte müssen wir eine Regierung und eine Wirtschaft schaffen, die für alle funktioniert. Andernfalls werden wir weiter in eine Oligarchie abrutschen – in der die Milliardärsklasse unsere Regierung, unsere Wirtschaft und unsere Zukunft kontrolliert.

An meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger: Ich weiß, dass der Alltag einen zermürben kann. Aber wir dürfen uns nicht der Verzweiflung hingeben. Wenn wir uns nicht von Trump und seinen Oligarchen-Freunden spalten lassen, können wir den eingeschlagenen Kurs ändern. Die Wahl ist klar. Stehen wir gemeinsam für Demokratie und Gerechtigkeit ein.

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