Benjamin Netanjahu in den USA: Donald Trump will Atomverhandlungen mit Iran fortsetzen

US-Präsident Donald Trump will die Atomverhandlungen mit dem Iran vorerst fortsetzen. Er wolle „sehen, ob ein Deal zustande gebracht werden kann“, schrieb Trump nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seinem Onlinedienst.

Trump äußerte sich zurückhaltend über das rund dreistündige Treffen mit Netanjahu im Weißen Haus: „Es wurde nichts Definitives erreicht, außer dass ich darauf bestand, dass die Verhandlungen mit dem Iran fortgesetzt werden“, schrieb er. 

Ein Abkommen wäre vorzuziehen, sagte der US-Präsident, der dem Iran wegen der Niederschlagung der jüngsten Proteste zwischenzeitlich mit militärischen Schritten gedroht hatte. Das letzte Mal habe sich der Iran gegen ein Abkommen entschieden und sei dann von US-Angriffen auf iranische Atomanlagen getroffen worden, schrieb Trump. Für den Iran sei das nicht gut gewesen. „Hoffentlich werden sie dieses Mal vernünftiger und verantwortungsbewusster sein.“

Netanjahu betont Sicherheitsbedürfnisse Israels

Netanjahu drängte in dem Gespräch auf einen härteren Kurs gegenüber der iranischen
Führung. „Der Ministerpräsident betonte die
Sicherheitsbedürfnisse des Staates
Israel im Zusammenhang mit den Verhandlungen, und beide einigten sich
auf die Fortsetzung der engen Koordination und des engen Kontakts
zwischen ihnen“, teilte Netanjahus Büro nach dem Treffen mit.

Die siebte Zusammenkunft der beiden seit Trumps Amtsantritt ereignete sich wenige Tage nachdem Vertreter der USA und des Irans in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen hatten. Trump stellte danach eine Fortsetzung in Aussicht – ein genauer Termin dafür steht bisher nicht fest. 

Israel warnte wiederholt vor einem Abkommen mit dem Iran, das sich nur auf das Atomprogramm beschränkt. Israel fordert zudem, dass der Iran die Unterstützung seiner israelfeindlichen Verbündeten in der Region stoppt. Die iranische Führung will dagegen nur über das Atomprogramm verhandeln. 

2025 kam es trotz Verhandlungen zum Krieg

Die USA und der Iran hatten bereits im vergangenen Jahr über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel dann den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später bombardierte das US-Militär zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden. Experten unter anderem der UN zweifeln dies an.

Die neuen Verhandlungen ereignen sich auch vor dem Hintergrund einer aufgestockten US-Militärpräsenz in Nahost. Trump veranlasste diese auch deshalb, weil es im Januar Massenproteste im Iran gegeben hatte, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Trump hatte der iranischen Führung gedroht und die US-Militärpräsenz in der Region unter anderem mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln gestärkt. In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios sagte Trump jüngst, dass er erwäge, einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden. 

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