Barcelona legt offiziell Beschwerde wegen deutschem Schiedsrichter ein

Erst wütete Trainer Hansi Flick über die Schiedsrichter und vor allem den VAR, jetzt hat Barcelonas Niederlage in der Champions League gegen Atlético Madrid auch formelle Folgen. „Es ist unglaublich“, sagt der Klub-Präsident.

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Diese Niederlage hat ein Nachspiel. Nach dem 0:2 des FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League gegen Atlético Madrid sitzt der Frust weiter tief, und das Unverständnis über bestimmte Schiedsrichterentscheidungen ist nach wie vor groß. Deshalb hat der Klub am Donnerstag bei der Uefa offiziell Beschwerde eingelegt.

Vereinspräsident Rafael Yuste hatte diesen Schritt angekündigt und die Schiedsrichter-Leistung dabei scharf kritisiert. Bereits direkt nach dem Spiel hatte Trainer Hansi Flick seiner Wut in mehreren Interviews kräftig Luft gemacht – seine Worte glichen dabei mehr einer Abrechnung als sachlicher Kritik. Es ging ihm vor allem um zwei Szenen: den Platzverweis von Verteidiger Pau Cubarsi in der 44. Minute sowie ein aus Barcelona-Sicht zu Unrecht nicht gegebener Elfmeter nach der Halbzeitpause. Letzteres führt nun zu der Beschwerde.

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„Es ist unglaublich, dass heutzutage, bei all den technischen, technologischen und elektronischen Mitteln, über die wir verfügen – ich beziehe mich dabei auf den VAR –, ein so eindeutiger Elfmeter nicht gepfiffen wurde, ganz gleich, ob absichtlich oder nicht, und bei allem Respekt gegenüber allen Beteiligten“, sagte Barcelona-Boss Yuste. „Es überrascht mich, weil es jeder gesehen hat. Wir sprechen hier nicht von drei Punkten, sondern es geht um einen Titel wie den der Champions League.“ Als Videoschiedsrichter im Einsatz: der Deutsche Christian Dingert.

Barcelona: „Verstoß gegen geltende Regeln“

Was war passiert? Zum einen hatte der rumänische Schiedsrichter Istvan Kovacs Barcelonas Spieler Cubarsi erst Gelb gezeigt, sich aber nach VAR-Prüfung auf glatt Rot korrigiert. Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer ordnete diese Entscheidung im ZDF als regelkonform ein.

Dann diese Szene in der 55. Minute, um die es nun vor allem geht: Atléticos Innenverteidiger Marc Pubill hatte einen ausgeführten Abstoß am eigenen Fünfmeterraum wieder in die Hand genommen und sich zurechtgelegt. Für Barça ein klarer Elfmeter – Schiedsrichter Kovacs aber ließ weiterspielen. Auch VAR Dingert griff nicht ein.

Im offiziellen Schreiben an die Uefa heißt es nun: „Der Verein ist der Ansicht, dass es zu einer Schiedsrichterentscheidung kam, die gegen die geltenden Regeln verstößt und direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Ergebnis hatte.“

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Außerdem: „Barca ist der Ansicht, dass diese Entscheidung zusammen mit dem schwerwiegenden Versäumnis des VAR einen erheblichen Fehler darstellt.“ Der Verein fordert eine Untersuchung des Vorfalls, Einsicht in die Kommunikation der Schiedsrichter sowie, falls erforderlich, die offizielle Anerkennung der Fehler und die Ergreifung entsprechender Maßnahmen.

mel

Source: welt.de

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