Azelainsäure wird online als Skincare-Allrounder gefeiert. Doch was kann der Wirkstoff wirklich und wovon hängt seine Wirkung ab?
Auf Social Media entstehen immer wieder Hypes um bestimmte Wirkstoffe. Nach Niacinamid und Retinal hat sich die Online-Beauty-Community jetzt auf die Azelainsäure (AZA) fixiert. In Beiträgen wird sie als Wundermittel gelobt, das die Haut etwa von Unreinheiten befreien soll. Was wirklich stimmt und was es bei der Anwendung zu beachten gibt.
Was ist Azelainsäure?
Azelainsäure ist eine Säure, die natürlich in Getreide vorkommt, aber auch synthetisch hergestellt wird. In Kosmetika darf sie der Fachzeitschrift „PTAheute“ zufolge bis zu einer Konzentration von 12 Prozent enthalten sein, höhere Konzentrationen von 15 bis 20 Prozent sind verschreibungspflichtig. Diese gelten in der Regel als wirksamer, aber auch Produkte mit unter 12 Prozent können helfen. Niedriger dosierte Varianten eignen sich eher zum sanften Einstieg. Bei Schwangeren und während der Stillzeit gilt eine Konzentration von zehn Prozent als das Maximum.
Hilfreich bei Akne, Rosazea und Pigmentstörungen
Azelainsäure kann tatsächlich gegen Akne helfen. Sie wirkt antimikrobiell, reduziert Bakterien auf der Haut und kann so Entzündungen lindern. Auch bei Rosazea, einer chronischen Entzündung der Haut, wird sie wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt. Sie kann Rötungen und Knötchen verringern und soll wirksamer als andere Wirkstoffe wie Metronidazol oder Erythromycin sein. Außerdem kann Azelainsäure dunkle Flecken und Hyperpigmentierungen mildern, da sie die Melaninproduktion in den Hautzellen hemmt.
Welche Wirkstoff-Kombinationen sind tabu?
Azelainsäure gilt insgesamt als gut verträglich und ist für alle Hauttypen geeignet. Trotzdem kann es zu Rötungen, Schwellungen, Juckreiz oder Schuppungen kommen. Laut der „Gelben Liste“ liegen die Ursachen dafür oft in Begleitstoffen wie Propylenglycol oder Benzoesäure, die einigen Produkten zugesetzt sind. Doch auch der Wirkstoff selbst kann Brennen, Stechen, Trockenheit und Reizungen auslösen. Niedrig dosierte Präparate gelten allerdings als vergleichsweise mild. Um die Haut nicht zusätzlich zu belasten, sollte Azelainsäure nicht zeitgleich mit Peelings, hochkonzentrierten Säuren oder alkoholhaltigen Produkten angewendet werden.
Auch wenn Azelainsäure die Haut nicht direkt lichtempfindlicher macht, empfiehlt sich ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Vor allem am Anfang sollte darauf geachtet werden, da die Haut sensibler ist. Die Sonnencreme sollte frühestens zehn Minuten nach der Azelainsäure aufgetragen werden.
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Source: stern.de