Autoindustrie: Brisante VW-Sparrunde

Für die Mitarbeiter von Volkswagen sind die neuesten Meldungen über ihren Arbeitgeber wohl nur schwer verdaubar. Zuletzt war bekannt geworden, dass der überraschend hohe Mittelzufluss von sechs Milliarden Euro im vergangenen Jahr nun doch zu einem Bonus für das Topmanagement führen könnte. Nun sickert durch, dass ebenjener Vorstand die Sparmaßnahmen abermals verschärfen will. Ein Fünftel der Kosten soll in den kommenden drei Jahren eingespart werden. Das ist ein ordentlicher Brocken.

Anders als kolportiert, dürfte es dabei jedoch nicht um Werksschließungen gehen. Denn erstens existiert eine gültige Standortsicherung und zweitens würden solche Schließungen nur mittel- bis langfristig Kosten senken, kurzfristig würden sie sogar die Ausgaben in die Höhe treiben. Das ginge jedoch in die falsche Richtung, denn Europas größter Autohersteller muss kurzfristig Mittel frei machen als Puffer gegen die Turbulenzen auf den Weltmärkten. Deshalb werden neue Performance Programme aufgelegt.

Es ist richtig, dass ein Unternehmen strenge Kostendisziplin übt, wenn es auf der Einnahmeseite klemmt. Obendrein gibt es Stimmen die monieren, dass das kurz vor Weihnachten 2024 beschlossene Sparpaket nicht groß genug ausgefallen sei. Der Vielmarkenkonzern muss obendrein Synergien heben und Doppelarbeit vermeiden.

In guten Zeiten konnte man sich Eifersüchteleien zwischen den Premiummarken Porsche und Audi noch leisten, heute schreibt die ökonomische Ratio jedoch vor, Kompetenzen in der Entwicklung oder der Beschaffung zu bündeln, wo es eben geht. Noch haben im Konzern aber nicht alle Marken ihre Sparbeiträge beigesteuert.

Bei Porsche laufen noch die Verhandlungen über den „Zukunftspakt“, der auch Gehaltsverzicht von Managern und Mitarbeitern umfasst. Für die erfolgsverwöhnten Zuffenhausener birgt das eine Menge Zündstoff. Mit Spannung dürfen deshalb die ersten Auftritte des neuen Porsche-Chefs Michael Leiters bei der kriselnden Sportwagenikone erwartet werden: Denn normalerweise rechnen Manager bei dieser Gelegenheit erst mal mit der Leistung ihres Vorgängers gnadenlos ab.

Nur heißt der in diesem Fall Oliver Blume und ist nach der Aufgabe seiner Doppelrolle immer noch Chef des Gesamtkonzerns und damit Leiters Vorgesetzter. Volkswagen steht vor den nächsten brisanten Sparverhandlungen.

AndersArbeitgeberAudiAutoindustrieBergenBlumeDreiEntwicklungEuroFreiKostenKurzLaufenMANManagerMarkenMichaelOliverPorscheUnternehmenVolkswagenVorstandVWWeihnachtenWill