Jeremy Shapiro ist Forschungsdirektor beim European Council on Foreign Relations. Der Politologe hat in verschiedenen Funktionen für das US-Außenministerium gearbeitet.
DIE ZEIT: Herr Shapiro, Donald Trump interveniert in Venezuela, droht mit einer Annexion Grönlands und spricht davon, Panama, Kuba oder Kanada zu kontrollieren. Welche Weltordnung strebt er an?
Jeremy Shapiro: Trump hat kein Konzept einer Weltordnung. Er wechselt seine Linie schneller, als man sie deuten kann. Heute predigt er Menschenrechte, morgen ignoriert er sie. Trump folgt persönlichen Motiven: seinem narzisstischen Ego, den finanziellen Interessen von ihm und seinem Umfeld sowie der Zustimmung seiner Anhänger.