Ausschlussverfahren läuft: AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an – und beschuldigt Linke

Ausschlussverfahren läuftAfD-Mitglied zündet eigenes Auto an – und beschuldigt Linke

30.03.2026, 10:22 Uhr

Bei der Analyse des angeblichen Drohbriefes war die auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes festgestellt worden. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

In Bayern zündet ein AfD-Mitglied sein eigenes Auto an und fälscht einen Drohbrief der Antifa. Ermittlungen gegen politische Gegner laufen ins Leere, schnell gerät der Mann selbst ins Visier der Behörden und gesteht. Nun droht ihm der Parteiausschluss.

Ein AfD-Mitglied in Uffenheim hat einem Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken zufolge sein eigenes Auto angezündet und versucht, die Schuld dafür politisch linksgerichteten Gruppierungen in die Schuhe zu schieben. Der Mann habe gestanden, den Brand gelegt und einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht zu haben, teilte die Polizei in Nürnberg mit. Auch eine angeblich gegen ihn gerichtete Graffiti-Schmiererei hatte er demnach selbst angefertigt.

Nach dem Brand an dem Fahrzeug und den Ausführungen des Besitzers hatte zunächst der Staatsschutz ermittelt, weil eine politisch motivierte Straftat im Raum gestanden hatte. Nachdem die Ermittlungen in diese Richtung ins Leere gelaufen seien, sei zunehmend der Eigentümer ins Visier der Polizei geraten. Schließlich seien bei der Analyse des angeblichen Drohbriefes auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes festgestellt worden.

AfD sprach zunächst von „feigem Anschlag“

Die AfD hat mittlerweile ein Parteiausschlussverfahren gegen das Parteimitglied eingeleitet. Der Bezirksvorstand Mittelfranken habe den Parteiausschluss des Mitglieds beschlossen, teilte der Bezirksverbands-Vorsitzende Andreas Haas mit. Ein entsprechender Antrag werde an das Landesschiedsgericht der Partei gerichtet, das die Entscheidung endgültig treffen müsse.

Die AfD selbst hatte in einer Pressemitteilung vom 8. Februar noch von einem „feigen Anschlag“ gegen ein Parteimitglied geschrieben. Das Mitglied habe Parteimitglieder getäuscht sowie einen Ansehensverlust und Schaden für die Partei verursacht, hieß es nun.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

Source: n-tv.de