Beim Flughafenbetreiber Fraport läuft es glänzend: Das Geschäftsjahr 2025 war erfolgreich. Eine wesentliche Rolle spielen die Auslandsaktivitäten des Konzerns.
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG hat ein gutes Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr gering und beträgt knapp 4,5 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um 25 Millionen auf knapp 660 Millionen Euro vor Steuern. Das bedeutet, dass von 100 Euro Umsatz 15 Euro Gewinn blieben. Dieser nach wie vor sehr gute Wert spiegelt ein Geschäftsmodell, das sich langfristig wirtschaftlich bewährt hat.
Der größte deutsche Flughafen wird dauernd ausgebaut und immer wieder saniert. Er steht in harter Konkurrenz zu London, Amsterdam und Paris. In vier Wochen wird in Frankfurt ein neues Terminal 3 eröffnet. Das Großprojekt sei im Zeitplan und im Budget fertig geworden. Das mehr als 30 Jahre alte Terminal 2 wird geschlossen und saniert.
Weltweites Geschäft
Der Betreiber des Frankfurter Flughafens hat seine Fachkunde exportiert. Fraport baut, entwickelt und betreibt Flughäfen in Brasilien, Peru, Osteuropa, Griechenland und der Türkei. In den USA werden Einzelhandelsflächen an Flughäfen verwaltet. Das Auslandsgeschäft trägt um die 40 Prozent von Umsatz und Betriebsgewinn des Konzerns bei.
Dank gut ausgelasteter Auslandsflughäfen hat Fraport erstmals mehr Passagiere abgefertigt als vor Corona. Insgesamt waren es vergangenes Jahr 184 Millionen Menschen, davon ein Drittel in Frankfurt am Main. Dort ist die Passagierzahl noch weit entfernt vom Rekordwert von 70,6 Millionen vor der Corona-Pandemie.
Die Welt bringt Geld
Aus den offiziellen Berichten der Fraport ist zu entnehmen, dass das Auslandsgeschäft sehr gut läuft. Finanzvorstand Matthias Zieschang sprach von einem „Dauerbrenner“. Wenn bilanztechnische Effekte herausgerechnet werden, setzten die 14 griechischen Regionalflughäfen 600 Millionen Euro um. Der Flughafen der peruanischen Hauptstadt Lima brachte knapp 400 Millionen und zwei brasilianische Flughäfen 100 Millionen Euro.
2024 musste die Beteiligung am profitablen Flughafen im russischen Sankt Petersburg abgegeben werden, was aber immerhin noch 45 Millionen Euro brachte. Im selben Jahr lag ein Fraport-Flughafen in Brasilien wegen einer Überschwemmung ein halbes Jahr still. Doch scheinen die Risiken, die mit dem Auslandsgeschäft einhergehen, durch breite Streuung der Projekte begrenzt und beherrschbar.
Teure Investitionen
Im Ausland und in Frankfurt wurde in den vergangenen Jahren massiv investiert. Das hat die Kassenlage lange Zeit belastet. Kaufmännisch wird sie als „Cash Flow“ wahrgenommen, was die wirklichen verfügbaren flüssigen Mittel beschreibt. Seit 2018 war der Cash Flow der Fraport negativ. Das bedeutet: Es wurde mehr Geld für Investitionen ausgegeben, als mit dem Flughafenbetrieb hereinkam.
Die offizielle Pressemitteilung zur neuen Bilanz ist mit einem erleichterten „Auslaufende Investitionsprojekte führen zu positivem Cash Flow“ überschrieben. Der beträgt zwar nur 24 Millionen, weist aber in die richtige Richtung und wurde schneller als geplant erreicht.
Hohe Schulden
Folge der jahrelangen Investitionen in Terminals und Rollbahnen ist, dass die Verschuldung in die Höhe geschossen ist. Vor 20 Jahren spielten Schulden noch praktisch keine Rolle.So lagen die Nettoschulden 2005 noch bei 190 Millionen Euro. Vor zehn Jahren waren sie mit 2,8 Milliarden Euro bereits höher als der damalige Umsatz. Die Bilanz für 2025 nennt 8,2 Milliarden Euro Nettoschulden. Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte kündigte „mehr Spielräume für den Schuldenabbau“ an und versprach den Aktionären nach Jahren der Abstinenz wieder Dividende in Höhe von zunächst einem Euro pro Aktie.
Ein knappes Drittel der Aktien gehört dem Land Hessen, mehr als zwanzig Prozent der Stadt Frankfurt. Stadt und Land haben sich vertraglich verpflichtet, gemeinsam zu handeln. Sie können damit weitgehend über die Fraport bestimmen. Zudem sind die Lufthansa und einige Fonds beteiligt. Knapp 28 Prozent der Aktien werden frei an der Börse gehandelt.
Source: tagesschau.de