August Wöginger sitzt falsch. So sieht es zumindest sein Anwalt. Der Mittwochmorgen vor einer Woche in Linz, Saal 61 des Landesgerichts. Abgeschirmt von Verteidigern und anderen Begleitern, hat sich der Klubobmann der ÖVP seinen Weg durch den Pulk der Kameras gebahnt und auf dem Stuhl für die Angeklagten Platz genommen. Dabei ist in diesem Prozess um vermeintlichen Amtsmissbrauch doch er das Opfer. Zumindest will sein Anwalt diesen Eindruck erwecken.
An Wöginger werde ein „Exempel“ statuiert, die Staatsanwaltschaft suche ein „Bauernopfer“, sagt der Verteidiger im Eröffnungsstatement. Nur deswegen sei sein Mandant hier. „Dass er politische Gegner hat, darf aber kein Grund für eine Verurteilung sein.“