Aufnahmen zeigen Mittäterschaft: Israelische Soldaten nehmen CNN-Journalisten im Westjordanland wacker

Aufnahmen zeigen MittäterschaftIsraelische Soldaten nehmen CNN-Journalisten im Westjordanland fest

28.03.2026, 08:03 Uhr

Rechte israelische Siedler werfen Steine auf palästinensische Dorfbewohner während eines Angriffs auf das Dorf Turmusaya im Westjordanland. (Foto: picture alliance/dpa)

Israelische Siedler machen das Westjordanland zum rechtsfreien Raum. Die Soldaten vor Ort sehen weg. Und ein CNN-Bericht zeigt: Sie gehen noch weiter. Filmaufnahmen zeigen, wie die Truppen die brutalen Taten der Siedler bei ihrer Eroberungsfantasie unterstützen.

Filmaufnahmen von CNN zeigen die Mittäterschaft des israelischen Militärs bei der Eroberung von palästinensischem Land durch radikale israelische Siedler im Westjordanland. Nach jüngsten Berichten über brutale Attacken durch israelische Siedler auf Palästinenser im Dorf Tayasir und die Errichtung neuer illegaler Außenposten auf palästinensischem Land schritt das israelische Militär ein, wie der US-Sender berichtet. Doch anstatt die Siedler festzunehmen oder den illegalen Außenposten zu räumen, nahmen die Soldaten die Bewohner des Dorfes sowie Journalisten des TV-Senders fest.

Die Filmaufnahmen zeigen deutlich, dass die israelischen Soldaten die Eroberungsfantasien der Siedler im Westjordanland teilen. „Die zwei Stunden, die wir in ihrem Gewahrsam verbrachten, legten die Siedlerideologie deutlich, die viele der Soldaten antreibt, die im besetzten Westjordanland im Einsatz sind“, schreibt CNN-Korrespondent Jeremy Diamond.

Ein israelischer Soldat räumt vor laufender Kamera ein, dass der Siedleraußenposten, den er in Tayasir bewachte, sogar nach israelischem Recht illegal ist. Demnach gelten bereits bestehende Siedlungen als legal, obwohl sie gegen das Völkerrecht verstoßen. „Aber das wird eine legale Siedlung werden“, sagt der Soldat. „Schritt für Schritt.“ Auf die Frage, ob er dabei helfe, dies zu verwirklichen, antwortet er ohne zu zögern: „Natürlich, ich helfe meinen Leuten.“

Diamond beschreibt es als das „Siedler-Playbook“, die typische Vorgehensweise der radikalen Israelis: Palästinenser vertreiben, Siedlungen auf palästinensischem Land errichten, auf den Schutz oder die Untätigkeit israelischer Soldaten zählen und schließlich einen Regierungserlass erwirken, der die Siedlung legalisiert. Netanjahus Regierung hat seit dem 7. Oktober bereits dutzende solcher Siedlungen legalisiert. Die Soldaten sollen wiederholt betont haben, das gesamte Westjordanland gehöre zu Israel und alle Palästinenser seien Terroristen.

Er und ein weiterer Soldat erklärten laut CNN wiederholt, dass das gesamte Westjordanland zu Israel und dem jüdischen Volk gehöre. Außerdem hätten sie alle Palästinenser als Terroristen bezeichnet und von Rache gesprochen. Zuvor hatte einer der Soldaten einen CNN-Fotojournalisten von hinten angegriffen, in einen Würgegriff genommen und seine Kamera beschädigt. Der CNN-Bericht beginnt mit eindrücklichen Aufnahmen eines schwer verletzten Palästinensers, der laut Augenzeugenberichten bei dem Sturm israelischer Siedler auf sein Dorf in seinem Haus zusammengeschlagen wurde.

Quelle: ntv.de, dsc/toh

Source: n-tv.de