„Auf eine gewisse Zeit möblieren“ – Wadephul erwartet längeren Krieg

Außenminister Wadephul rechnet nicht mit einem schnellen Kriegsende. Israel nimmt erneut die Hisbollah unter Beschuss. Die US-Benzinpreise steigen um fast 20 Prozent. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA greifen seit mehr als einer Woche den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießt der Iran Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

05:25 Uhr – Containerschiff offenbar von „unbekanntem Geschoss“ getroffen

Ein Containerschiff ist nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Dem Kapitän des Schiffes zufolge sei der Tanker durch ein „mutmaßliches, aber unbekanntes Geschoss“ beschädigt worden. Das Ausmaß des Schadens sei noch unbekannt, alle Besatzungsmitglieder seien jedoch in Sicherheit. Der Vorfall ereignete sich UKMTO zufolge etwa 46 Kilometer nordwestlich des Emirats Al Chaimah.

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04:50 Uhr – Iranische Staatsmedien: Angriff auf US-Stützpunkt in Kuwait

Staatsmedien zufolge greifen iranische Streitkräfte einen US-Armeestützpunkt in Kuwait mit Raketen an. Der US-Stützpunkt in Arifdschan südlich von Kuwait-Stadt sei von den iranischen Revolutionsgarden mit zwei Raketen attackiert worden, berichteten die iranischen staatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr.

03:41 Uhr – Saudi-Arabien fängt iranische Raketen und Drohnen ab

Saudi-Arabien hat Raketen und Drohnen in der Nähe wichtiger Stützpunkte abgefangen. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass sechs ballistische Raketen abgefangen und zerstört worden seien, die auf die Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis abgezielt hätten – ein wichtiger, von den USA und Saudi-Arabien gemeinsam betriebener Militärstützpunkt. Auch seien Drohnen in der Nähe eines Ölfeldes abgeschossen worden.

01:47 Uhr – Israels Präsident: „Eine Lektion für die Welt“

Israels Staatspräsident Izchak Herzog sagt, dass es höchste Zeit für den israelisch-amerikanischen Militäreinsatz gewesen sei. „Wenn wir gewartet hätten, wären wir fast an einen Punkt gekommen, an dem es vielleicht irreversibel gewesen wäre“, sagte Herzog der „Bild“, wie WELT Teil des Axel Springer Global Reporters Network.

Einen konkreten Zeitplan für den Krieg nannte Herzog aber nicht. Er erwarte, der Krieg werde „die gesamte Konfiguration des Nahen Ostens“ verändern. „Es ist ein zusammenhängender Krieg. Er begann am 7. Oktober (2023), und meiner Meinung nach erreichen wir vielleicht das letzte Kapitel des Kriegs“, sagte Herzog. Der Einsatz gegen den Iran sei „eine Lektion für die Welt“. Grausamkeit müsse man mit viel Anstrengung und Stärke begegnen.

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01:42 Uhr – Wadephul stellt sich auf längeren Krieg ein

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet nicht mit einem schnellen Kriegsende. Es gehe Israel und den USA darum, das Arsenal des Iran zu zerstören, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“. Zu dieser Einschätzung sei er nach einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar in Israel und nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio gekomme.

Ein exaktes Ende des Krieges könne er nicht vorhersagen. „Aber ich glaube, wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht.“ Wadephul betonte zudem die Notwendigkeit der Wahrung der territorialen Integrität des Iran. Es sei wichtig, „dass es dort kein Chaos gibt in diesem Land“, sagte er. Das würde niemandem nutzen. Auch eine Ausweitung des Konfliktes müsse unbedingt vermieden werden. Das scheine auch ein Interesse vieler Golfstaaten zu sein, erklärte Wadephul.

00:40 Uhr – US-Benzinpreise steigen um fast 19 Prozent – immernoch billiger als in Deutschland

Auch Autofahrer in den USA bekommen die Auswirkungen des Iran-Kriegs deutlich zu spüren. Seit Kriegsbeginn kletterten die Preise für bleifreies Benzin bis Dienstag um 55 Cent auf rund 3,54 US-Dollar pro Gallone, wie der amerikanische Automobilverband AAA mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von fast 19 Prozent. Es ist das erste Mal seit Juli 2024, dass der Durchschnittspreis die Marke von 3,50 Dollar knackte. Eine Gallone entspricht 3,785 Litern.

Im Vergleich zu deutschen Autofahrern kommen die Amerikaner dabei noch günstig weg: Pro Liter zahlen sie umgerechnet nur etwa 81 Euro-Cent. Wegen geringerer Steuern und Abgaben und der eigenen Ölproduktion liegen die Spritpreise in den USA grundsätzlich niedriger als in Deutschland.

00:24 Uhr – Israel nimmt erneut Hisbollah ins Visier

Die israelischen Streitkräfte greifen erneut Stellungen der Hisbollah-Miliz im Libanon an. Ziel der Attacken sei die Infrastruktur der proiranischen Islamisten in den als Dahija bekannten Vororten im Süden Beiruts, teilte das Militär mit.

Dienstag, 10. Februar

23:13 Uhr – US-Ministerium: Mitarbeiter für falschen Iran-Beitrag verantwortlich

Das US-Energieministerium macht einen Mitarbeiter für einen fehlerhaften Beitrag auf einem offiziellen Social-Media-Account von Minister Chris Wright verantwortlich. Der Videobeitrag, unter dem behauptet wurde, dass die US-Marine einen Öltanker durch die Straße von Hormus geleitet habe, sei von einem Mitarbeiter falsch beschriftet worden, erklärte Ministeriumssprecher Ben Dietderich.

Wright und andere US-Vertreter beobachteten die Situation in der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman genau, sagte Dietderich. Das Militär ziehe verschiedene Optionen in Betracht, um sicherzustellen, dass Frachtschiffe dort weiter verkehren könnten. Dazu gehöre auch eine mögliche Absicherung durch die Marine.

Daten des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic zufolge passierte ein Öltanker die Straße von Hormus am Montag ohne Zwischenfall – allerdings ohne Begleitung durch die US-Marine, wie das Weiße Haus klarstellte, nachdem der Beitrag auf Wrights-Account eine Reaktion an den Energiemärkten ausgelöst hatte.

21:21 Uhr – Axios: USA fordern Israel zum Stopp von Angriffen auf Energieanlagen auf

Die US-Regierung fordert Israel einem Medienbericht zufolge auf, Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur einzustellen. Das Gesuch sei auf hoher politischer Ebene und an Israels Generalstabschef Ejal Samir übermittelt worden, meldet das Portal „Axios“ unter Berufung auf Insider.

Die US-Regierung habe ihr Anliegen unter anderem damit begründet, dass man nach dem Krieg mit dem iranischen Ölsektor zusammenarbeiten wolle. Zudem bestehe die Sorge, dass derartige Angriffe der iranischen Bevölkerung schadeten und massive Vergeltungsschläge gegen die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten auslösen könnten. Stellungnahmen des Weißen Hauses, des US-Außenministeriums sowie der israelischen Botschaft in Washington liegen zunächst nicht vor.

21:17 Uhr – AFP-Journalisten: Erneut Explosionen in Teheran zu hören

Teheran wird erneut von Explosionen erschüttert. Die Detonationen waren im Norden und im Westen der Stadt zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Bereits einige Stunden zuvor hatte es Explosionen gegeben.

20:07 Uhr – US-Geheimdienste sehen offenbar Anzeichen für Vorbereitung von Minen

Die US-Geheimdienste verzeichnen laut Journalisten des Senders CBS News Anzeichen dafür, dass der Iran die Verlegung von Minen in der Straße von Hormus vorbereitet. Eine Bestätigung des auf X verbreiteten Berichts liegt nicht vor.

dpa/AFP/AP/ll/sebe/jmr/krott/rct/jra/doli/saha/säd

Source: welt.de

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