In der Debatte über den hohen Krankenstand in Deutschland hat der Hausärztinnen- und Hausärzteverband striktere Regeln für Online-Krankschreibungen gefordert. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Bundesvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“.
Er betonte: „Es ist offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei geht.“ Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln hielten, werde es einschlägigen Anbietern ermöglicht, „schnelles Geld mit Pseudo-Attesten“ zu machen. Damit müsse Schluss sein.
Tatsächlich bieten etliche Online-Plattformen und Online-Arztpraxen Krankschreibungen zum Festpreis an. Auch eine Erstkrankschreibung bislang unbekannter Patienten ist – laut den aktuellen Regeln – per Videosprechstunde möglich.
Beier kritisierte, dass entsprechende Anbieter Gesetzeslücken nutzten, um „aggressiv mit Online-Krankschreibungen für 20 bis 30 Euro“ zu werben. Aus seiner Sicht dürfe es nicht sein, dass ein Arzt Patienten per Video krankschreibe, die er noch nie gesehen habe. „Das ist bei der telefonischen Krankschreibung richtigerweise nicht möglich. Dieser Vorbehalt sollte künftig auch für Videosprechstunden gelten“, argumentierte Beier.