Armee nennt ZahlenUkrainische Todesstreifen werden Russen zum Verhängnis
01.03.2026, 23:11 Uhr
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Die russischen Streitkräfte rücken in der Ukraine seit Langem nur langsam voran, in vielen Frontsektoren herrscht auch Stillstand oder Kiews Truppen befreien sogar Territorium. Für Pioniere bietet sich die Gelegenheit, kilometerlange Barrieren zu errichten. Die Armee äußert sich nun zu deren Wirkung.
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat Angaben zur Effektivität von technischen Sperren an der Front gemacht. Solche Konstruktionen aus Gräben, Betonpollern, Minen und Stacheldraht werden errichtet, um den russischen Angreifern das Vorrücken zu erschweren. Der Generalstab spricht von einer „effektiven Bekämpfung des Feindes“.
In einem veröffentlichten Video heben Bagger mehrere Reihen Gräben aus. Teilweise befindet sich darin Stacheldraht, um Infanteristen aufzuhalten. Angrenzend sind auch einige Reihen mit Betonpollern zu sehen, sogenannte Drachenzähne. Sie sollen gepanzerte Fahrzeuge aufhalten. Zusätzlich werden von Drohnen Minen in dem Gebiet verlegt.
„Dank dieses Ansatzes verliert der Feind jeden Monat bis zu 30 Prozent seiner Ausrüstung und etwa 1000 Soldaten“, teilte die ukrainische Armee unter Berufung auf das Kommando der Unterstützungstruppen mit. Insgesamt melden Kiews Streitkräfte pro Monat derzeit circa 30.000 bis 35.000 tote und schwer verwundete russische Soldaten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Technische Anlagen kein Allheilmittel
Der dem ukrainischen Militär nahestehende Kanal Deepstate schrieb im vergangenen Sommer nach der Besichtigung einiger Verteidigungsanlagen, diese würden „in Form einer gestaffelten Verteidigung errichtet, die darauf abzielt, den Feind aufzuhalten und ihn zu erschöpfen, indem maximale Verluste zugefügt werden“. Der Militärexperte Oberst Reisner sagte ntv.de, dass vor allem Stacheldraht die oft eingesetzten Infanterie-Trupps aufhalten soll.
Deepstate verwies aber auch darauf, dass Verteidigungsanlagen kein Allheilmittel seien, um die russischen Truppen zu stoppen. Denn diese würden nicht nur Infanterie einsetzen, sondern auch Drohnen, Gleitbomben und andere Bedrohungen.
Zudem werden ausreichend Soldaten in den ukrainischen Reihen benötigt, um die Verteidigungsanlagen zu überwachen und die russischen Streitkräfte beispielsweise mit Drohnen auszuschalten. „Es ist egal, in welcher Qualität die Befestigungsanlagen gebaut werden, wenn es niemanden gibt, der sie hält“, so Deepstate.
Source: n-tv.de