In Deutschland waren im Februar 2,99 Millionen Menschen ohne Arbeit – das sind etwas weniger als im Vormonat. Die Arbeitsmarktexperten sehen weiterhin eine konjunkturelle Schwäche in Deutschland.
Die Zahl der Arbeitslosen ist Deutschland ist im Februar geringfügig gesunken und knapp unter drei Millionen geblieben. „Die konjunkturelle Schwäche bleibt auch im Februar am Arbeitsmarkt sichtbar“, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Daniel Terzenbach, am Freitag in Nürnberg bei der Vorstellung der Zahlen.
Die BA registrierte im Februar 2,989 Millionen Arbeitslose. Das seien 3000 weniger gewesen als im Januar, aber 175.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,4 Prozent.
Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl laut BA im Monatsvergleich um 5000.
Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist in Deutschland derzeit so gering wie seit rund vier Jahren nicht mehr. Der BA-Stellenindex – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – sank im Februar 2025 um 2 Punkte auf 103 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit März 2021. In allen Wirtschaftszweigen sei die gemeldete Arbeitskräftenachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken.
Im Februar waren 639.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 67.000 weniger als vor einem Jahr.
„Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen“
Die Arbeitsagenturen in Deutschland schätzen die Lage auf dem Arbeitsmarkt so finster ein wie zuletzt während der Corona-Pandemie. „Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen, die Beschäftigung nur noch stagnieren“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Die Arbeitsagenturen blicken mit Sorge auf 2025.“
In der monatlichen Umfrage des IAB bei den örtlichen Ablegern der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank der Wert zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit auf 96,7 Punkte. Einen Wert unter 97 Punkten habe es zuvor nur 2020 im ersten Jahr der Corona-Pandemie und 2008/2009 während der Weltfinanzkrise gegeben.
Auch die Einschätzung zur Entwicklung der Beschäftigung gehe weiter zurück und liege mit 99,9 Punkten erstmalig außerhalb der Pandemie unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Reuters/coh
Source: welt.de