Wenn vom Apothekensterben die Rede ist, denkt man an Dörfer auf dem Land. Nicht an eine Stadt wie Essen im Ruhrgebiet mit ihren fast 600.000 Einwohnern. Und doch bereitet sich hier, im Stadtteil Huttrop, an einer gut besuchten Hauptstraße, zwischen Bäcker und Blumenladen, der Apotheker Jan Olgemöller darauf vor, dass er einmal der letzte im Viertel sein könnte.
„Immer für Sie da“ steht über dem Eingang der Wasserturm-Apotheke. Vor gut 30 Jahren hat Olgemöller sie von seinem Vater übernommen. Etwa 70 Apotheken sind seitdem in der Stadt geschlossen worden. Rund 110 sind noch übrig, von denen drei in Huttrop stehen. Nebenan, im Stadtteil Frillendorf, gibt es schon jetzt keine Apotheke mehr. Die Folgen spüren Jan Olgemöller und seine Frau Janet vor allem im Notdienst. Da werden die Wege für die Patienten weiter. „Wenn wir an Feiertagen aufhaben, kommen manche sogar schon aus Recklinghausen angefahren.“ 30 Kilometer entfernt.