Mode für Menschen mit und ohne Behinderung zu machen, ist der Ansatz der Modedesignerin Claire Common.
Auch bei Shootings setzt Common auf Vielfalt. „Menschen mit Behinderung dürfen nicht in eine Schublade gesteckt werden. Es sollte normal sein, sie in Kampagnen zu sehen.“
Dass an eine inklusive Kollektion andere Anforderungen gestellt werden, versteht sich von selbst. Jede Behinderung hat unterschiedliche Bedürfnisse. Das T-Shirt für Kinder mit Neurodiversität etwa muss besonders reizarm sein, da diese Kinder extrem feinfühlig sind und sich in allem, was sich nicht gut anfühlt, schnell ein Störgefühl entwickeln. Bei Menschen, die im Rollstuhl sitzen, muss man wiederum auf Reibungsverlust achten, Prothesen verlangen besondere Stoffe.
Doch gleich, für welche Behinderung die Styles entwickelt werden, haben sie eines gemeinsam: Sie sind sportlich, funktional – und noch wichtiger: Sie sehen nicht nach Reha aus. „Es gibt Kunden, die haben angefangen zu weinen, als sie ein Bekleidungsstück von mir angezogen haben, weil sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben schön gefühlt haben“, berichtet Claire Common von ihren Erfahrungen aus ihrem Store in der Mannheimer Innenstadt, wo sie die Kollektion neben ihrem Online-Shop verkauft.
Neben den Bestseller-Hoodies verkaufen sich Shirts für neurodiverse Kinder besonders gut. Ein Grund, warum sie den Anteil von Kindershirts ausbauen möchte. Um stärker sichtbar zu werden, nimmt die Mannheimerin an verschiedenen Reha-Messen teil. Viele Kunden werden über Mund-zu-Mund-Propaganda auf sie aufmerksam – oder über ihren zweiten Job. Neben ihrer Arbeit als Modedesignerin und Unternehmerin hält Common bei Firmen Vorträge über Inklusion und Chancengleichheit. Im nächsten Schritt sucht sie nach einem Partner oder Investor, um die Kollektion zu vergrößern und auch international zu vertreiben. „Mir ist es wichtig, dass Inklusion nicht nur ein Marketing-Wort ist, sondern wirklich ein Thema, das ernst genommen wird.“