anstieg mit Verzögerung: So teuer wird jetzt dies Heizen mit Erdgas

Während die Großhandelspreise für Erdgas gleich mit Beginn des Irankriegs gestiegen waren, ziehen die Endkundenpreise jetzt offenbar nach. Das berichtet das Vergleichsportal Verivox anhand seiner Daten. Noch in der vergangenen Woche hatte Verivox-Chef Daniel Puschmann im F.A.Z.-Interview ausgeführt, für Bestandskunden der Energieversorger seien noch keine Preiserhöhungen angekündigt worden, für Neukunden sei der Preis lediglich geringfügig gestiegen. Hintergrund seien längere Laufzeiten von Lieferverträgen und eine stärkere Regulierung als beispielsweise beim Benzin an der Tankstelle. Das sei aber nur eine Frage der Zeit.

Gas für Neukunden 21 Prozent teurer

Jetzt berichtet das Portal von einem Preissprung für neu abgeschlossene Verträge um 21 Prozent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden habe im Februar im Durchschnitt in ganz Deutschland im günstigsten Gastarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie rund 8,2 Cent je Kilowattstunde gezahlt. Jetzt liege das günstigste Angebot im Bundesschnitt bei rund 9,9 Cent je Kilowattstunde, also 1,7 Cent je Kilowattstunde höher.

Grund für den deutlichen Preissprung seien die stark gestiegenen Großhandelspreise infolge des Irankrieges. Am niederländischen Handelsplatz TTF, der als maßgeblicher Referenzmarkt für Europa gelte, habe sich der Preis vor Beginn der Kampfhandlungen zwischen 30 und 32 Euro je Megawattstunde bewegt. Zwischenzeitlich sei er in der Spitze auf knapp 66 Euro geklettert, habe sich also mehr als verdoppelt. Das gab es noch nicht mal beim Benzin. Derzeit notiere Erdgas im Großhandel bei rund 52 Euro je Megawattstunde, rund 68 Prozent über dem Vorkriegsniveau.

„Bestandskunden müssen vorerst keine Gas-Preiserhöhungen befürchten“, meinte Thorsten Storck von Verivox. Die Sorge vor einer länger anhaltenden Schließung der Straße von Hormus und die derzeit hohen Großhandelspreise sorgen jedoch dafür, dass die Neukundenpreise nun deutlich anzögen. Verbraucher sollten daher ihren aktuellen Vertrag prüfen und sich, wenn möglich, das derzeit oft noch relativ günstige Preisniveau für die kommende Heizsaison sichern. Aktuell lägen die Neukundenpreise immer noch auf dem Niveau des Vorjahres.

„Selbst wenn der Vertrag noch einige Zeit läuft, viele Anbieter erlauben den Wechsel bis zu zwölf Monate im Voraus“, sagte Storck.

Je nach Anbieter und Tarif gibt es auch derzeit schon erhebliche Preisunterschiede. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden im örtlichen Grundversorgungstarif in Deutschland liegt laut Verivox im März 2026 bisher bei 13,4 Cent je Kilowattstunde, was bei einem durchschnittlichen Verbrauch eines Haushalts von 20.000 Kilowattstunden im Jahr dann jährlichen Heizkosten von 2688 Euro entspreche.

Im günstigsten Angebot mit Preisgarantie würden derzeit rund 9,9 Cent je Kilowattstunde fällig, die Jahreskosten für einen solchen Musterhaushalt beliefen sich damit auf 1972 Euro. Durch die Auswahl des richtigen Gastarifs können die Heizkosten also um mehr als 700 Euro im Jahr gesenkt werden.

Source: faz.net