In den USA haben 15 Bundesstaaten eine Klage gegen den
kürzlich eingeschränkten staatlichen Impfplan für Kinder angekündigt. Ihr
Vorwurf: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und die Gesundheitsbehörde
CDC missachteten mit den neuen Empfehlungen „Jahrzehnte wissenschaftlicher
Forschung“ und machten „die Kinder in Amerika kränker“, sagte der kalifornische
Generalstaatsanwalt Rob Bonta zur Klage. Sie stammt von Bundesstaaten wie Colorado,
Michigan, New Jersey und Wisconsin, die von Demokraten regiert werden.
Das US-Gesundheitsministerium hatte Anfang Januar
mitgeteilt, es werde die Zahl der für alle Kinder empfohlenen Impfungen von 17 auf 11 senken. Damit überlassen die US-Behörden künftig sechs bislang staatlich empfohlene
Impfungen der Entscheidung der Eltern. Aus dem Impfplan gestrichen wurden
Immunisierungen unter anderem gegen Rotaviren, Grippe und Hepatitis B. Nur
Kinder mit besonderem Risiko sollen dagegen geimpft werden.
Von Impfgegner Kennedy veranlasste Überprüfung der Impfregeln
Kennedy, seit gut einem Jahr Gesundheitsminister von
US-Präsident Donald Trump, hatte zuvor die Impfkommission mit der Überprüfung
der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Der ehemalige Umweltanwalt und
Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy gilt als ausgewiesener Impfgegner. Er verbreitete in der
Vergangenheit Verschwörungserzählungen und brachte Impfungen etwa mit Autismus bei
Kindern in Zusammenhang. Einen solchen Zusammenhang haben Wissenschaftler widerlegt.
In den USA gibt es eine steigende Impfskepsis.
Fachleute warnen vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die als
weitgehend ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr erlebten die USA den größten
Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 1.400 Fällen. An der Grippe
starben in der Saison 2024/25 fast 300 Kinder in den USA.
Dort sind einige Impfungen wie die gegen Masern, Mumps und
Röteln für die Einschulung verpflichtend, andere wurden bislang dringend
empfohlen. In zahlreichen Bundesstaaten können Eltern ihre Kinder jedoch
befreien lassen, etwa aus religiösen Gründen.