„Anhaltender Artilleriebeschuss“: Berichte: Israelische Truppen verschieben mehrere Kilometer weit hinaus libanesisches Gebiet vor

„Anhaltender Artilleriebeschuss“Berichte: Israelische Truppen rücken mehrere Kilometer weit auf libanesisches Gebiet vor

04.03.2026, 15:26 Uhr

Israel hat seine Militäroffensive gegen die vom Iran unterstützte Miliz ausgeweitet. (Foto: picture alliance/dpa)

Bereits am Dienstag sollen israelische Soldaten in Grenzregionen vorgerückt sein. Israel plant nach eigenen Angaben keine groß angelegte Bodeninvasion im Libanon. Doch laut Armee liegen „alle Optionen“ auf dem Tisch.

Israelische Truppen sind nach Berichten libanesischer Staatsmedien mehrere Kilometer weit auf libanesisches Gebiet vorgerückt. Der etwa sechs Kilometer hinter der Grenze liegende Ort Chiam stehe unter „anhaltendem Artilleriebeschuss, während der israelische Feind in den Ort eingedrungen ist“, hieß es in den Berichten. Die israelische Armee hatte nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen zuvor zusätzlich zu den Luftangriffen auch mit einer Bodenoffensive im Libanon begonnen.

Im Zuge des Kriegs mit dem Iran und anschließender Angriffe der libanesischen Hisbollah hatte Israel seine Militäroffensive gegen die vom Iran unterstützte Miliz ausgeweitet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP waren bereits am Dienstag israelische Soldaten in Grenzregionen vorgerückt. Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Israel erklärt zudem, keine groß angelegte Bodeninvasion im Libanon zu planen. Zugleich erklärte die Armee, „alle Optionen“ lägen auf dem Tisch. Die libanesische Armee zog angesichts des israelischen Vorrückens nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren erst unlängst errichteten Grenzposten zurück.

Unterdessen wurden bei Angriffen in der Nacht zum Mittwoch nach libanesischen Regierungsangaben und Berichten von Staatsmedien mindestens elf Menschen getötet. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge griff die israelische Armee die zwei Dörfer Aramun und Saadijat südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut an und tötete dabei sechs Menschen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete zudem einen israelischen Angriff auf ein vierstöckiges Gebäude in einem Wohnviertel in der Stadt Baalbek im Osten des Landes. Dabei seien fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten an. Drei Menschen würden noch vermisst.

Die Kinderhilfsorganisation Save the Children warnte vor einer weiteren Eskalation des Konflikts, durch den im Libanon bereits 58.000 Menschen, darunter schätzungsweise 16.000 Kinder, vertrieben worden seien. „Unser Team hört landesweit von Kindern, die in Autos, auf kalten Bürgersteigen und in teilweise beschädigten Klassenzimmern schlafen, während ihre Eltern am Straßenrand sitzen und weinen, weil sie keine sichere und geeignete Unterkunft für ihre Familie finden“, erklärte Nora Ingdal, Länderdirektorin von Save the Children im Libanon.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.

Die Hisbollah, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, begann in der Nacht zum Montag damit, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen.

Quelle: ntv.de, are/AFP

Source: n-tv.de