Vor der irakischen Küste sind zwei Öltanker angegriffen worden. Laut den Behörden gibt es einen Toten. Der Ölpreis ist wieder über die 100-Dollar-Marke für ein Barrel der Sorte Brent gestiegen. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA greifen seit mehr als einer Woche den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießt der Iran Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
06:53 Uhr – Iran attackiert Ölsektor am Golf
Während US-Präsident Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen Streitkräfte immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier. Der Überblick aus der Nacht:
- In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an.
- Bei einem iranischen Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben.
- Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen.
- Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten am frühen Morgen, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude.
05:20 Uhr – Ölpreise steigen weiter – Brent erneut über 100 Dollar
An den Ölmärkten zeichnet sich auch nach der Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur keine Entspannung ab. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus halten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostet wieder mehr als 100 Dollar und damit rund neun Prozent mehr als am Vortag.
04:53 Uhr – Insider: Irans Führung trotz US-israelischer Angriffe stabil
Die Führung im Iran ist nach fast zwei Wochen schwerer Luftangriffe durch die USA und Israel weiter stabil. Das zeigen US-Geheimdienstberichte, wie drei mit den Vorgängen vertraute Personen mitteilten. Eine „Vielzahl“ von Berichten komme übereinstimmend zu dem Schluss, dass das Regime nicht in Gefahr sei und die Kontrolle über die Bevölkerung behalte, sagte eine der Quellen.
Der jüngste Bericht sei vor wenigen Tagen fertiggestellt worden, hieß es weiter. Die Erkenntnisse zeigten, dass Irans geistliche Führung trotz der Tötung des Obersten Religionsführers zusammenhalte. Auch israelische Regierungsvertreter räumten in internen Gesprächen ein, es sei nicht sicher, dass der Krieg zum Sturz der Regierung führen werde, sagte ein hochrangiger israelischer Beamter der Nachrichtenagentur Reuters.
03:21 Uhr – Schweiz schließt Botschaft im Iran
Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines „steigenden Sicherheitsrisikos“ vorübergehend. Die Schweiz vertritt im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern. Deren Arbeit „bleibt für den Schutz von US-Interessen und die Unterstützung unserer Staatsbürger entscheidend“.
03:19 Uhr – Irak meldet einen Toten bei Angriff auf Öltanker
Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf ist nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter. Ein Mitarbeiter des irakischen Ölhafenterminals Basra sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, es sei unklar, „ob es sich um einen Drohnenangriff oder mit Sprengstoff beladene Boote“ gehandelt habe.
Das irakische Erdölministerium erklärte, es sei „zutiefst besorgt“ über Vorfälle mit Öltankern im Golf, ohne nähere Angaben zu machen. „Die Sicherheit der Schifffahrt in internationalen Seewegen und Energielieferrouten muss frei von regionalen Konflikten bleiben“, fügte das Ministerium hinzu.
03:04 Uhr – Iran will Gebäude in Dubai mit Drohne angegriffen haben
Die iranischen Streitkräfte greifen dem iranischen Staatsfernsehen zufolge ein Gebäude in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Drohne an. In dem Gebäude, das „ein Unterschlupf für amerikanische Soldaten war, die den Iran angegriffen haben“, sei ein Feuer ausgebrochen, teilt der iranische Sender Irib im Onlinedienst Telegram mit.
02:54 Uhr – Angriff auf Treibstofflager in Flughafennähe in Bahrain
Der Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte dem Innenministerium zufolge im Bezirk Muharraq – dort liegt auch der internationale Flughafen des Inselstaats.
Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, die zuständigen Behörden unternähmen nach dem Angriff die nötigen Schritte. Es wurden keine weiteren Details mitgeteilt. Damit blieb zunächst unklar, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte.
01:57 Uhr – Israel greift Hisbollah-Ziele an – sieben Tote in Beirut
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge zehn Ziele der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Dabei seien „Dutzende Abschussvorrichtungen“ sowie ein Hauptquartier des Nachrichtendienstes und Kommandozentren der Miliz getroffen worden, teilte die israelische Armee mit. Die Angriffe waren Teil einer zuvor von der israelischen Armee angekündigten „groß angelegten“ Angriffswelle auf Ziele in Teheran und Beirut.
Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei einem israelischen Angriff im Zentrum von Beirut mindestens sieben Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Der Angriff habe den Strandabschnitt Ramlet al-Baida getroffen, an dem Vertriebene im Freien ihr Schlaflager eingerichtet hätten, erklärte das Ministerium in Beirut.
00:01 Uhr – Ein Viertel der iranischen Asylbewerber bekommt laut Bericht Schutz
Etwa ein Viertel der Asylbewerber aus dem Iran bekommt einem Bericht zufolge derzeit die Erlaubnis, in Deutschland bleiben zu können. Das ergibt sich nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland aus Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Ein Sprecher der Nürnberger Behörde wird mit den Worten zitiert: „Im Januar und Februar hat das Bundesamt über 891 Asylverfahren iranischer Staatsangehöriger entschieden. Die Gesamtschutzquote betrug 27,6 Prozent.“ Im vergangenen Jahr habe die Gesamtschutzquote bei 22,8 Prozent gelegen, bei 11.626 Entscheidungen.
Mittwoch, 11. März
23:53 Uhr – Insider: US-Kriegskosten in ersten 6 Tagen wohl mehr als 11 Mrd Dollar
Beamte aus der Regierung von Trump haben Insidern zufolge die Kosten der USA für die ersten sechs Tage des Krieges gegen den Iran auf mindestens 11,3 Milliarden Dollar geschätzt. Die Zahl sei in einer Sitzung hinter verschlossenen Türen für Senatoren am Dienstag genannt worden.
Die Zahl umfasse aber nicht die gesamten Kosten des Krieges. Aus dem Umfeld des Kongresses hieß es, man gehe davon aus, dass das Weiße Haus dem Kongress bald einen Antrag auf zusätzliches Geld für den Krieg vorlegen werde. Einige Beamte sagten, der Antrag könnte sich auf 50 Milliarden Dollar belaufen, während andere diese Schätzung für zu niedrig hielten.
22:42 Uhr – Veraltete Daten könnten Grund für US-Angriff auf Mädchenschule sein
Der Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit zahlreichen Toten geht Insidern zufolge möglicherweise auf die Nutzung veralteter Zieldaten durch das US-Militär zurück. Dies sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach hätten die Zielplaner offenbar auf überholte Geheimdienstinformationen zurückgegriffen.
Bei dem Beschuss in der Stadt Minab am ersten Tag der US-israelischen Offensive waren nach Angaben des iranischen UN-Botschafters 150 Schülerinnen getötet worden.
22:40 Uhr – Hisbollah feuert Dutzende Raketen auf Nordisrael
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat am Abend israelischen Armeeangaben zufolge Dutzende Raketen auf Nordisrael gefeuert. Das Militär meldete Einschläge. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, eine Frau sowie ein Mann seien leicht verletzt worden. Der israelische Sender Channel 12 sowie die „Times of Israel“ berichteten, die Hisbollah habe rund 150 Raketen abgefeuert. Die „Times of Israel“ sprach vom „größten Hisbollah-Angriff auf Israel“ seit Beginn des Iran-Krieges.
Israels Luftwaffe flog als Reaktion heftige Angriffe auf Ziele in den südlichen Vororten von Beirut. Laut libanesischen Augenzeugen gab es mindestens sechs Luftangriffe. Die Menschen berichteten auch von lauten Explosionen, die in mehreren Vierteln der Stadt auch zu spüren gewesen seien. Gebäude und Fenster hätten gezittert. Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, sie habe „eine großangelegte Angriffswelle“ auf Stellungen der Hisbollah-Miliz in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt begonnen.
22:15 Uhr – Trump erklärt Iran-Krieg für „gewonnen“ und will trotzdem weiterkämpfen
US-Präsident Donald Trump hat den Krieg gegen den Iran für gewonnen erklärt. „Man sagt nicht gerne zu früh, dass man gewonnen hat. Wir haben gewonnen“, sagte Trump bei einem Wahlkampf-Auftritt im Bundesstaat Kentucky. „In der ersten Stunde war es vorbei.“ Die USA würden jedoch weiterkämpfen, um den Auftrag zu Ende zu führen. „Wir wollen nicht alle zwei Jahre zurückkommen müssen.“
21:42 Uhr – USA geben strategische Ölreserven teilweise frei
Nach Deutschland geben auch die USA ihre strategischen Ölreserven teilweise frei. US-Präsident Donald Trump sagte einem Lokalsender in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, der US-Ölvorrat werde „ein bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise“. Die USA, Deutschland und die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hatten zuvor die bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen.
21:24 Uhr – UN-Sicherheitsrat verurteilt iranische Angriffe auf Golfstaaten
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Angriffe des Irans auf Golfstaaten und andere Länder der Region verurteilt. 13 der 15 Mitglieder des Rates stimmten in New York für den von dem nichtständigen Mitglied Bahrain eingebrachten Text. Russland und China enthielten sich. Die Resolution baut auch auf die Unterstützung von zahlreichen weiteren Staaten, die dem Sicherheitsrat derzeit nicht angehören.
Die Golfstaaten sehen sich weiterhin Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran ausgesetzt. In der Resolution wurde unter anderem die sofortige Einstellung der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten und andere Nachbarstaaten Irans gefordert. Außerdem wurde Irans Einsatz von Stellvertretergruppen wie der Hisbollah kritisiert.
21:09 Uhr – Trump will offenbar Notstandsgesetz für Ölförderung vor Kalifornien nutzen
US-Präsident Donald Trump plant einem Medienbericht zufolge den Einsatz von Notstandsgesetzen, um dem Energieunternehmen Sable Offshore die Wiederaufnahme der Ölförderung vor der kalifornischen Küste zu ermöglichen. Trump bereite sich darauf vor, Behörden auf Grundlage des Defense Production Act anzuweisen, sich über Gesetze des Bundesstaates hinwegzusetzen und den Weg für Genehmigungen für Sable zu ebnen, meldet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider. Ziel sei es, die durch den Krieg gegen den Iran verursachte weltweite Ölknappheit zu lindern. Die Aktien von Sable steigen im Handelsverlauf um 16,3 Prozent auf 16,75 Dollar.
20:30 Uhr – Trump: USA haben 28 iranische Minenleger angegriffen
Die USA haben nach den Worten von Präsident Donald Trump mehr als zwei Dutzend iranische Minenleger angegriffen. „Wir haben bis jetzt 28 Minenschiffe getroffen“, sagte Trump am Mittwoch zu Reportern bei einer Reise in den US-Bundesstaat Ohio. Zuvor hatte das US-Militär die Zahl der zerstörten Minenleger mit 16 angegeben.
20:12 Uhr – Israelischer Insider: Hisbollah und Iran greifen erstmals gemeinsam an
Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon und der Iran haben nach Angaben aus israelischen Militärkreisen einen gemeinsamen Raketenangriff auf den Norden Israels verübt. Dies sei der erste koordinierte Schlag seit Kriegsbeginn, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Stellungnahmen der Hisbollah und der Regierung in Teheran liegen zunächst nicht vor.
19:50 Uhr – US-Innenminister: Ölkonzerne werden Produktion wohl steigern
US-Innenminister Doug Burgum rechnet angesichts des Iran-Konflikts und der gestiegenen Preise mit einer baldigen Ausweitung der Ölförderung durch US-Konzerne. Er gehe davon aus, dass die Unternehmen als Reaktion auf die Preissignale und den aktuellen Bedarf ihre Produktion steigern würden, sagt Burgum dem Sender CNBC. Das Innenministerium ist in den USA unter anderem für die Verwaltung der Bodenschätze zuständig.
18:16 Uhr – „New York Times“: US-Militärfehler führte zu Angriff auf Schule im Iran
Nach Informationen der „New York Times“ hat ein Fehler der US-Streitkräfte zu dem Raketenangriff auf eine iranische Schule mit womöglich mehr als 150 Toten geführt. Das habe nun eine US-Militäruntersuchung vorläufig ergeben, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Danach wurden bei dem Angriff veraltete Daten des US-Militärgeheimdienstes DIA über die Zielumgebung genutzt. Die Untersuchung dauere weiter an, sagten US-Verantwortliche dem Blatt.
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wurde die Grundschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während offenbar eine Tomahawk-Rakete auf einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden niederging. Laut „New York Times“ sind die USA das einzige am Iran-Krieg beteiligte Land, das Tomahawk-Raketen einsetzt. Dem neuen Bericht zufolge war die Schule früher ein Teil des Marinestützpunktes.
Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Später verwies er auf die laufende Untersuchung und sagte: „Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“ Vertreter der US-Opposition hatten vom Pentagon eine „vollständige und unparteiische“ Untersuchung gefordert.
18:03 Uhr – Trump: Ölkonzerne sollen Straße von Hormus nutzen
Trump spricht sich für eine Nutzung der Straße von Hormus durch Ölkonzerne aus. Auf die Frage, ob die Unternehmen die Meerenge befahren sollten, antwortet er: „Ich denke, das sollten sie.“ Insidern zufolge hat der Iran in der strategisch wichtigen Wasserstraße Minen ausgelegt. Die Exporte durch die Meerenge sind infolge des Krieges praktisch zum Erliegen gekommen.
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Source: welt.de