Amerika und Israel greifen Iran an. Der amerikanische Präsident Donald Trump sprach von einer „massiven“ Operation. Ein Regierungsvertreter sagte, dass die Angriffe aus der Luft und von See erfolgten. Explosionen wurden in Teheran und in den Provinzen beziehungsweise Städten Isfahan, Qom, Lorestan, Kermanshah, Karadsch und Täbris gemeldet. Das israelische Militär erklärte, dass seit dem Morgen „Hunderte“ militärische Ziele im Westen Irans angegriffen worden seien, darunter Raketenwerfer. Es seien auch gezielt Vertreter „der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans“ ins Visier genommen worden.
Der Operation seien „Monate“ gemeinsamer Planung durch die Streitkräfte Israels und der USA vorausgegangen. Offizielle Details sind bislang nicht bekannt.
Laut dem Fachportal „Army Recognition“, das sich auf Militärvertreter beruft, konzentrieren sich die amerikanisch-israelischen Angriffe auf sensible Einrichtungen der Nuklearinfrastruktur, das ballistische Raketenprogramm, Abschussvorrichtungen, Kommando- und Kommunikationseinrichtungen sowie die Luftverteidigung Irans.
Demnach spielt für die Operation die kontinuierliche nachrichtendienstliche Aufklärung Israels über iranische Raketen- und Luftverteidigungsstellen eine zentrale Rolle. Bestätigt ist das nicht. Trump bekräftigte in seiner Erklärung jedoch, dass Teheran niemals eine Atomwaffe besitzen dürfe und iranische Raketen „zerstört“ werden sollten.
Zuvor hatten die USA ihre Kräfte in der Region mobilisiert: Zwei Flugzeugträger, mehrere Zerstörer und eine Vielzahl von Kampfflugzeugen bilden Trumps „massive Armada“ im Nahen Osten. Anzeichen für eine größere Stationierung von Bodentruppen gab es nicht; es handelt sich bislang offenbar um einen Konflikt, der ausschließlich aus der Luft und von See geführt wird.
Die größte Mobilisierung seit dem Irakkrieg
Dafür haben die Vereinigten Staaten zwei Flugzeugträgerkampfgruppen in den Nahen Osten verlegt: Die USS Abraham Lincoln erreichte bereits Ende Januar den Indischen Ozean, die USS Gerald R. Ford – der größte amerikanische Träger – ist laut Medienberichten vor kurzem an der israelischen Küste eingetroffen. Von den schwimmenden Luftwaffenbasen können Kampfflugzeuge in kurzer Zeit ihr Einsatzgebiet erreichen. Sie werden begleitet von Zerstörern und U-Booten. Diese sollen die Flugzeugträger schützen, Aufklärung leisten oder weitreichende Angriffe durchführen, etwa mit Tomahawk-Marschflugkörpern. Es soll sich um die größte Mobilisierung der amerikanischen Marine im Nahen Osten seit Beginn des Irakkrieges im Jahr 2003 handeln.
Das gleiche gilt für die Mobilisierung der amerikanischen Luftwaffe: Washington soll mehr als 100 zusätzliche Kampfflugzeuge in den Nahen Osten verlegt haben, darunter F-35 und F-22. Sie zählen zu den modernsten Flugzeugen der Amerikaner; sie sind nur schwer vom feindlichen Radar zu entdecken, verfügen über Mittel zur elektronischen Kriegsführung und Aufklärung, können Angriffsmissionen durchführen und andere Flugzeuge eskortieren.
Auch die israelische Luftwaffe zählt zu den stärksten der Welt. Sie besteht unter anderem aus angepassten Kampfflugzeugen amerikanischer Produktion der Typen F-15, F-16 und F-35. Dazu kommen moderne Kampfhubschrauber, Transportmaschinen und Drohnen.
Gerade die tarnkappenfähigen F-35 und F-22 dürften bei den anfänglichen Angriffen eine wichtige Rolle gespielt haben, um die iranische Flugabwehr zu umgehen. Teheran verfügt über mehrere Luftverteidigungssysteme, darunter das moderne russische S-300. Dazu kommen mehrere heimisch produzierte Systeme. Diese konnten während des Zwölftagekrieges 2025 aber nur wenig gegen israelische und amerikanische Angriffe ausrichten. Iran hat nach dem Konflikt angekündigt, seine Luftverteidigung wiederherzustellen und zu modernisieren. Ob sich das Land effektiv gegen die überlegene Feuerkraft aus Israel und den USA wehren kann, ist fraglich.
Iran schlägt zurück
Iran hat wie angekündigt mit Gegenangriffen gegen Israel und amerikanische Stützpunkte in der Region reagiert. Dessen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Vergeltung vier US-Militärstützpunkte im Nahen Osten ins Visier genommen. Unter den Zielen war der Militärstützpunkt Al-Udeid in Qatar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete. Auch in Riad in Saudi-Arabien waren laut Journalisten der Nachrichtenagentur AFP starke Explosionen zu hören. Südlich von Riad befindet sich der Stützpunkt Prince Sultan. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.
Irans ballistisches Raketenprogramm gilt als fortschrittlich; es baut sein Arsenal seit Ende des Zwölftagekrieges wieder massiv aus. Gerade iranische Kurzstreckenraketen, die eine Bedrohung für Stützpunkte in der Region darstellen, sind laut Fachleuten nach wie vor in großer Zahl verfügbar. Trump sagte zudem ohne Belege, dass Iran an Raketen arbeite, die bis nach Europa und bald sogar bis Amerika reichten.
Der US-Präsident erklärte auch, dass er die iranische Marine ins Visier nehmen will. Diese gilt als fortschrittlich. Teheran verfügt laut dem „Global Firepower Index“ unter anderem über sieben Fregatten, drei Korvetten und 25 U-Boote. Trump sagte, dass die iranische Marine „vernichtet“ würde.
Source: faz.net