Der venezolanische
Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona ist nach Angaben der
Rechtshilfeorganisation Foro Penal an diesem Sonntag aus der Haft
entlassen worden. Der Direktor der Nichtregierungsorganisation
Fundaredes war im Juli 2021 festgenommen und wegen Terrorismus
und Verschwörung angeklagt worden.
Seine Freilassung erfolgt vor
dem Hintergrund eines geplanten Amnestiegesetzes, das
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez am Freitag für Hunderte
Gefangene angekündigt hatte. Neben Tarazona wurden mindestens acht weitere Venezolaner entlassen.
„Nach 1.675 Tagen, vier Jahren und sieben Monaten ist der
Tag gekommen, den wir uns so sehr gewünscht haben: Mein Bruder
Javier Tarazona ist frei“, schrieb José Rafael Tarazona auf der
Plattform X.
700 politische Gefangene weiterhin in Haft
Foro Penal zufolge wurden seit dem 8. Januar mehr als 300
politische Gefangene freigelassen. Laut den Angaben der
Rechtshilfeorganisation befinden sich weiterhin mehr als
700 politische Gefangene in Haft.
Rodríguez kündigte zudem an, das berüchtigte Gefängnis El Helicoide in der Hauptstadt Caracas
schließen zu lassen. Der Opposition in Venezuela
und Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden Gefangene dort unter dem früheren Machthaber Nicolás Maduro gefoltert. Auch der nun freigelassene Tarazona saß in diesem Gefängnis ein.
Der von US-Spezialkräften im Januar aus Venezuela
entführte Maduro ist in New York inhaftiert, ihm soll dort wegen
„Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden. US-Präsident Donald
Trump hatte Rodríguez mit einem ähnlichen Umgang gedroht, sollte sie nicht mit der US-Regierung kooperieren. Ihre Regierung will auf Druck aus den USA unter anderem den
Ölsektor des Landes für ausländische Investoren öffnen.
Machado hält Übergang in Venezuela für „unaufhaltsam“
Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hält einen politischen Übergang in Venezuela
weg von den verbliebenen Machtstrukturen von Maduro für unausweichlich. „Am Ende werden sie verstehen,
vielleicht sogar sehr bald, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt zu
akzeptieren, dass dieser Übergang unaufhaltsam ist“, sagte Machado im
Interview in der CBS-Sendung Face the Nation.
Machado verwies darauf, dass jüngste
Veränderungen unter der geschäftsführenden Präsidentin Rodríguez
auf externen Druck zurückgingen. „Alles, was Delcy Rodríguez derzeit
tut, geschieht, weil sie Anweisungen befolgt, die sie aus den
Vereinigten Staaten erhält.“ Würde dieser Druck weggenommen, „würde sie
sofort umkehren und dorthin zurückgehen, wo ihre Loyalität liegt“, sagte
Machado.