Amerikanische Techbranche: Gehaltswahnsinn

Zwischen Amerika und Europa liegen Welten, wenn es um Managergehälter geht. Das zeigt sich derzeit wieder, wenn nach und nach die Gehaltspakete für das Spitzenpersonal in den Unternehmen bekannt gegeben werden. Noch ist nicht klar, wer ganz oben auf der Liste der bestbezahlten Dax-Chefs stehen wird, gute Chance hat aber SAP-Chef Christian Klein, der laut dem Geschäftsbericht im vergangenen Jahr 16,2 Millionen Euro verdient hat.

Üppig bezahlt werden üblicherweise auch die Spitzenmanager in der Schweiz: Am Montag wurde bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende der Schweizer Großbank UBS, Sergio Ermotti, für seine Arbeit im vergangenen Jahr fast 15 Millionen Schweizer Franken bekommt. Noch besser verdient in der Schweiz Vasant Narasimhan, der Chef des Basler Pharmakonzerns Novartis. Er erhielt im vergangenen Jahr fast 25 Millionen Franken. Wenn sich in Europa Proteste gegen solche Gehälter regen, verweisen die Aufsichtsräte gerne nach Amerika, wo Manager oft noch deutlich mehr verdienen.

Alphabet ist an der Börse 15 Mal so viel wert wie SAP

Tatsächlich erreichen dort immer wieder Gehaltspakete eine Dimension, die aus Sicht des Normalbürgers jegliches Maß verloren haben. So könnte der Google-Chef Sundar Pichai – wenn es richtig gut für ihn, sein Unternehmen und dessen Aktionäre läuft – in den kommenden drei Jahren insgesamt bis zu 692 Millionen Dollar verdienen. Dass er tatsächlich so viel bekommt, ist zwar eher unwahrscheinlich, weil er dafür sehr ehrgeizige Ziele erreichen müsste. Doch es ist auch nicht vollkommen ausgeschlossen.

Pichai hat ohne Frage bislang das Unternehmen auf Erfolgskurs gehalten. Mit dem Aufkommen der KI hatten manche Beobachter schon über das Ende von Googles Vormachtstellung bei der Internetsuche spekuliert, doch der Aktienkurs des Unternehmens steigt und steigt. Auch dafür wird Pichai belohnt, der Aktienkurs hat sich während seiner Amtszeit fast versiebenfacht.

In den Gehaltsunterschieden spiegeln sich auch die exorbitanten Erfolge der amerikanischen Techunternehmen wider, die ein Vielfaches wert sind im Vergleich zu den europäischen Spitzenunternehmen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,6 Billionen Dollar bringt Alphabet rund 15 Mal so viel auf die Waage wie SAP, das wertvollste deutsche Unternehmen. Bezahlt werden die Wahnsinnsgehälter von den Aktionären, die zuvor meist stark profitiert haben und damit leben können. Dabei regt sich in Amerika bislang erstaunlich wenig Protest gegen solch üppige Gehaltspakete. Obwohl sie über die steigende Ungleichheit die Polarisierung im Land erheblich befeuern.

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