An der Wall Street wurde im vergangenen Jahr so viel verdient wie lange nicht mehr: Die Vorstandsvorsitzenden der sechs größten amerikanischen Banken haben im Jahr 2025 jeweils ein Gehaltspaket im Wert von mindestens 40 Millionen Dollar erhalten – den Großteil davon bekommen die Bankmanager über Boni und langfristige Vergütungsbestandteile, die sich an der Aktienkursentwicklung orientieren, nur ein sehr kleiner Teil stammt aus der Festvergütung.
Spitzenverdiener unter Amerikas Bankern ist der Vorstandsvorsitzende der Investmentbank Goldman Sachs , David Solomon, mit einer Gesamtvergütung von rund 47 Millionen Dollar, wovon nur zwei Millionen aus der Festvergütung stammen, der Rest stammt aus variablen Entgeltbestandteilen. In Summe erhält Solomon, der die Bank seit dem Jahr 2018 führt, gut ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. Ein wichtiger Grund für den Anstieg seiner Vergütung: Die Aktionäre haben ebenfalls profitiert, der Aktienkurs der Bank ist im vergangenen Jahr um mehr als 35 Prozent gestiegen.
Höhere Gewinne für Amerikas Großbanken
Auf Rang zwei folgt Ted Pick, der noch vergleichsweise neue Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley , dessen Gesamtvergütung im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent stieg auf rund 45 Millionen Dollar. Auch der Aktienkurs von Morgan Stanley ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, allerdings nur um rund 25 Prozent.
Dicht dahinter rangieren Jamie Dimon, der Vorstandsvorsitzende von JP Morgan Chase , mit einem Gehaltspaket im Gesamtwert von rund 43 Millionen Dollar und die Citigroup -Vorstandsvorsitzende Jane Fraser – die erste Frau an der Spitze einer der großen Wall-Street-Banken – mit 42 Millionen Dollar.
Brian Moynihan von der Bank of America erhielt 41 Millionen Dollar und Charlie Scharf von Wells Fargo , der in Amerika zuletzt vor allem durch den Abbau von 10.000 Stellen für Schlagzeilen sorgte, noch rund 40 Millionen Dollar.
Amerikas Großbanken erwirtschaften deutlich höhere Gewinne als die europäischen. Das Geschäft mit Börsengängen und der Finanzierung von Unternehmensübernahmen ist wieder angesprungen. Im vergangenen Jahr haben Amerikas Banken zudem vom Deregulierungskurs der Trump-Regierung profitiert, etwa von der Lockerung von Kapitalvorschriften. Allerdings sehen sich manche Banken auch rohen Angriffen des US-Präsidenten ausgesetzt, zum Beispiel die Bank of America, der von Trump vorgeworfen wurde, sie habe ihm persönlich ein Konto verweigert und außerdem weigere sie sich, mit Konservativen Geschäfte zu machen.
Zusammengerechnet haben die sechs Manager der führenden amerikanischen Banken 258 Millionen Dollar bekommen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg spricht von einem Rekordjahr. Solche Gehälter habe es für Spitzenbanker seit der Finanzkrise nicht mehr gegeben. In Einzelfällen überstiegen die Gehälter aber kurz vor der Finanzkrise die heutigen. So erhielt im Jahr 2007 der damalige Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, ein Rekordgehalt von 68,5 Millionen Dollar. Richard Fuld, damals Leiter der Investmentbank Lehman Brothers, erhielt im selben Jahr ein Gehaltspaket in Höhe von rund 40 Millionen Dollar. Das war nur ein Jahr vor dem spektakulären Untergang der Bank.