Am Nordeingang des Weißen HausesTrumps Ästhetikberater schlägt korinthische Revolution vor
15.03.2026, 19:50 Uhr
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US-Präsident Donald Trump hat schon einiges am Weißen Haus verändern lassen und fährt fort, dies zu tun. Ein neu von ihm ernannter Kommissionsvorsitzender schlägt nun eine Änderung vor, die tief in die bestehende Architektur eingreifen würde.
Dorisch, ionisch oder korinthisch? Die drei klassischen griechischen Säulenordnungen haben schon manch einen bei der Abfrage im Geschichtsunterrricht kalt erwischt. Doch die Säulentypen sind weiterhin relevant – und das auch abseits von Athen.
So schlägt der neue Vorsitzende der „United States Commission of Fine Arts“, die für Design- und Ästhetikfragen in Washington, D.C., mitverantwortlich ist, so etwas wie eine kleine Revolution am Nordeingang des Weißen Hauses vor: Die schlichteren ionischen Säulen sollten ihm zufolge durch die am Kopf üppig-dekorativeren korinthischen ersetzt werden. „Warum das Weiße Haus sie nicht von Anfang an verwendet hat, zumindest an der Nordfront, die als Haupteingang gilt, ist mir ein Rätsel“, zitiert die „Washington Post“ Rodney Mims Cook Jr., der erst kürzlich von Trump in seiner neuen Funktion ernannt worden ist.
Kein „Haus des Volkes“ mehr?
Korinthische Säulen sind auch die Säulen, die Trump in seinem neuen Ballsaal verwenden lässt. Doch für bestehende ionische Säulen gebe es derzeit keine Umgestaltungspläne, erklärt ein Sprecher des Weißen Hauses der „Washington Post“. Cook sagt, er müsse die Idee noch mit Trump besprechen – was der „Washington Post“ zufolge einer üblichen Vorgenensweise innerhalb der Trump-Administration entsprechen könnte: Beauftragte und Verbündete des Präsidenten preschen mit Ideen vor, die Trumps Wünsche sozusagen antizipieren.
So umtriebig Trumps geopolitische Manöver sind, so emsig sind seine Umgestaltungspläne im kleineren Kosmos des Weißen Hauses. Dem Interieur wurde vielerorts ein goldener Touch gegeben, Portraits von Vorgängern wurden teils abwertend arrangiert, sodass Trumps direkter Vorgänger Joe Biden nunmehr als der ominöse „Autopen“ – ein von Präsidenten genutzter Unterschriftenautomat – erscheint. Neben seinem Ballsaal, für den er den „East Wing“ einstampfen lässt, will Trump nun noch ein unterirdisches Besucherzentrum bauen lassen.
Die „Washington Post“ lässt in ihrem Bericht Kritiker wie Befürworter an Mims Cook Jr.’s Plan zu Wort kommen. Das Ersetzen der ionischen durch korinthische Säulen wäre „unangemessen“, erklärt etwa der emeritierte Architekturprofessor Steven Semes gegenüber der „Washington Post“. Dies würde das ursprüngliche Design eines Gebäudes „beschädigen“, das seit langer Zeit als „Haus des Volkes“ (engl.: People´s House) bekannt sei.
Source: n-tv.de