Alice Schwarzer sieht mögliche AfD-Kanzlerin Weidel denn „ermutigend zum Besten von Frauen“

Alice Schwarzer sieht bei einer möglichen AfD-Kanzlerin Alice Weidel einen Effekt, der trotz politischer Differenzen für Frauen „ermutigend“ sein könnte. Scharf kritisiert sie Grünen-Politikerin Annalena Baerbock.

Die Feministin Alice Schwarzer sieht in AfD‑Chefin Alice Weidel im Fall einer möglichen Kanzlerschaft trotz politischer Differenzen einen positiven Effekt für Frauen. Im „Spitzengespräch“ des „Spiegel“ mit Markus Feldenkirchen sagte Schwarzer: „Es hätte trotz alledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein.“ Zugleich warnte sie jedoch vor einem Erstarken der AfD.

Schwarzer kritisierte die AfD in der Vergangenheit mehrfach scharf. In einem Interview mit der Berliner „Zeitung“ sagte sie aber auch, dass sie davon ausgeht, dass die „Brandmauer“ bei den Bundestagswahlen 2029 nicht mehr existieren wird. „Sie ist unrealistisch.“ Mit einer unliebsamen Partei müsse man sich durch Argumente auseinandersetzen und nicht mit Verboten. Sie habe die Dämonisierung der AfD von Anbeginn an für einen schweren Fehler gehalten.

„Es wäre sinnvoller gewesen, man hätte die rechtskonservativen Elemente in der AfD ermutigt bei dem Bestreben, die eindeutig rechtsradikalen Elemente in ihrer Partei zu bekämpfen“, findet Schwarzer. „Und vor allem hätte es Sinn gemacht, wenn Union, SPD und Grüne ihre eigenen Wähler und Wählerinnen, die zur AfD übergelaufen sind, gefragt hätten, warum. Warum wählt ihr uns nicht mehr, aber die? Was haben wir falsch gemacht?“ Es reiche eben nicht, immer nur gegen etwas zu sein, man müsse auch sagen können, wofür man ist.

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Scharfe Kritik äußerte die Herausgeberin des feministischen Magazins „Emma“ an Grünenpolitikerin Annalena Baerbock. Die von der früheren Bundesaußenministerin angekündigte feministische Außenpolitik habe „gar nicht geklappt“, so Schwarzer: „Sie hat an dem Punkt völlig versagt. Sie hat die Frauen im Iran im Stich gelassen, in Afghanistan und so weiter. Ich glaube, sie war da eher eine Meisterin der Worte und nicht der Taten.“

Schwarzer sieht Merkel als Vorbild

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Schwarzer hingegen ausdrücklich als Vorbild für junge Frauen. Merkel habe „enorm“ viel bewirkt, „auch wenn sie es gar nicht wollte, enorm als Vorbild“ für andere.

Schwarzer schilderte, wie kurz nach Merkels Amtsantritt Mädchen in ihrem Dorf im Winter keinen Schneemann, sondern eine „Schneemerkel“ bauten. „Mädchen bauen einen Monat, nachdem wir eine Kanzlerin haben, keinen Schneemann, sondern eine Schneemerkel. Das sagt doch schon alles.“

saha

Source: welt.de

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