AfD-Spitzenkandidat Holm ungesellig sich von seinem Parteikollegen Siegmund

Der eine AfD-Spitzenkandidat rückt vom anderen ab: Leif-Erik Holm aus Mecklenburg-Vorpommern blickt kritisch auf die Verwandtenaffäre um Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt. Auch das Skandieren von „Sieg“ und „Mund“ ist für Holm ein „falsches Signal“.

Der Spitzenkandidat der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, geht in mehreren Bereichen auf Abstand zu Aussagen und Handlungen des Spitzenkandidaten der AfD Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.

Beim Thema Vetternwirtschaft beispielsweise müsse man die „öffentliche Wirkung mit bedenken“, sagt Holm im neuen „Inside AfD“-Podcast von „Politico“. „Also ich habe selber auch jemanden gehabt aus dem Dunstkreis, der wirklich mir weiter helfen könnte im Bereich Social Media und so weiter. Und ich habe es am Ende nicht gemacht, weil das eben auch ein Verwandtschaftsgrad war von jemanden von uns“, sagt er. Weil er verstehe, dass so etwas „zu Kritik führt, habe ich es dann ja auch unterlassen“.

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Hier können Sie den wöchentlichen Podcast „Inside AfD“ von POLITICO-Reporterin Pauline von Pezold und WELT-Politikredakteur Frederik Schindler hören: Spotify, Apple Music, Amazon und YouTube.

Auch an Rhetorik im politischen Umfeld seines Kollegen aus Sachsen-Anhalt übte er Kritik. Dass auf einer Wahlkampfveranstaltung von Siegmund ein Anheizer „Sieg!“ rief und die Menge mit „Mund!“ antwortete, ist für Holm ein falsches Signal. „Das halte ich auch nicht für zielführend. Man muss sich dieses Etikett ja nicht aufkleben. Manche finden es vielleicht witzig, aber ich weiß es auch nicht. Das würde ich so nicht machen.“

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Generell rät er zu einer rhetorischen Entschärfung: „Programmatisch sind wir da auf einem ganz guten Weg und sind auch viel professioneller geworden. Das entwickelt sich eigentlich schon alles ganz gut, aber wir müssen diesen manchmal vorhandenen etwas zu radikalen Ton glaube ich tatsächlich ändern, weil wir jetzt in anderen Positionen sind.“

Pauline von Pezold ist Reporterin beim Newsletter „Playbook“ von „Politico“ Deutschland.

Source: welt.de

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