Es knallt laut, als in einem Raum im Untergeschoss des Mainzer Landtages etwa 50 AfD-Kandidaten und -Unterstützer ihr Wahlergebnis bejubeln; aus einer Konfettikanone regnen bunte Schnipsel herab – die Amerikanisierung des Wahlkampfes ist auch hier zu beobachten. Bundes- und Landeschefs liegen sich demonstrativ in den Armen, man klatscht sich ab, der Lärm betäubt die Ohren. „20 Prozent“, brüllt Spitzenkandidat Jan Bollinger seinen Anhängern entgegen. Die AfD könne mit ihren künftig 24 Abgeordneten nun einen Untersuchungsausschuss zur Coronapandemie einrichten, kündigt der 48-Jährige an. „Und den roten Filz aufklären um die Sonderurlaube von Staatssekretären“ – eine Bemerkung in Richtung SPD, die in der Regierung mutmaßlich mehreren Staatssekretären Sonderurlaub genehmigt hatte, um sie im Wahlkampf einzusetzen.