Im neuen Monat treten mehrere Neuerungen in Kraft: Ryanair schafft Bordkarten aus Papier ab und kürzt sein Flugangebot in Deutschland. Außerdem senden das ZDF und seine Spartensender nur noch in HD. Für Ratenkredite ist ab sofort eine Prüfung der Kreditwürdigkeit erforderlich. Zudem ändern sich die Preise für Spotify-Kunden, und der Kulturpass läuft aus. Das ändert sich im November:
Neue Regelung für Minikredite bis 200 Euro
Ab dem 20. November unterliegen Klein- und Kurzzeitkredite sowie Angebote, ein Produkt zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen, strengeren Regelungen. Grund dafür ist eine EU-Verbraucherschutzrichtlinie, die bereits am 30. Oktober 2023 in Kraft trat. Demnach müssen auch für Finanzierungsmodelle bei Beträgen unter 200 Euro die gängigen Regeln zur Kreditwürdigkeitsprüfung angewendet werden.
Verbraucherschützer und die Bankenaufsicht BaFin hatten zuvor immer wieder vor sogenannten „Buy now, pay later“-Angeboten gewarnt. Mit den strengeren Regelungen sollen nun vor allem Haushalte mit geringem Einkommen vor Überschuldung geschützt werden. Zusätzlich müssen Banken durch die neuen Regeln klarer, verständlicher und transparenter darlegen, welche Kosten bei Krediten anfallen.
Mehrere Änderungen bei Ryanair
Mit dem Wechsel zum Winterflugplan Ende Oktober hat die Fluggesellschaft Ryanair ihr Flugangebot ab Deutschland deutlich gekürzt. Das irische Unternehmen kündigte vor zwei Wochen an, 24 Strecken zu streichen, das entspricht einem Rückgang von 800.000 Sitzplätzen. Als Grund gab die Low-Cost-Airline zu hohe Gebühren an deutschen Flughäfen an. Ryanair hat die Höhe der deutschen Luftverkehrsteuer in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisiert.
Von den Kürzungen sind neun Flughäfen betroffen. Am härtesten trifft es den BER mit fünf gestrichenen Flugverbindungen und rund 230.000 Sitzplätzen weniger. Die Flughäfen Dortmund, Dresden und Leipzig werden von Ryanair weiterhin gar nicht angeflogen.
Ryanair hat darüber hinaus angekündigt, ab dem 12. November Bordkarten nur noch digital auszugeben. Fluggäste finden diese nach dem Online-Check-in in der Ryanair-App. Eine physische Alternative bietet die Fluggesellschaft dann nur noch in Ausnahmefällen an, etwa wenn das Smartphone verloren geht oder der Akku verbraucht ist.
Ryanair begründet die Umstellung auf die digitale Bordkarte mit einem verbesserten Kundenservice und besserem Umweltschutz durch das eingesparte Papier.
ZDF, 3sat und Kika senden nur noch in HD
Am 18. November werden das ZDF und seine Spartensender die Ausstrahlung in Standardqualität (SD) beenden. Damit sind alle öffentlich-rechtlichen Sender nur noch in HD-Qualität empfangbar. Bereits im Januar hat die ARD vollständig auf HD umgestellt. Neben dem Hauptsender ZDF werden auch die Programme ZDFinfo, ZDFneo, 3sat und Kika nicht mehr in Standardqualität zu empfangen sein.
Die meisten modernen Fernsehgeräte und Empfänger können bereits HDTV empfangen. In der Regel reicht ein einfacher Sendersuchlauf, um ARD, ZDF und ihre Spartensender wieder sehen zu können. Sollte das Gerät jedoch zu alt für den HD-Empfang sein, ist ein zusätzlicher oder neuer Empfänger oder ein neuer Fernseher nötig.
Spotify-Bestandskunden müssen mehr bezahlen
Spotify wird ab dem 15. November auch für Bestandskunden teurer. So kostet beispielsweise der Premium-Einzelaccount künftig 12,99 Euro im Monat statt bisher 10,99 Euro. Der Musikstreaminganbieter hatte für Neukunden bereits im August die Preise erhöht.
Als Grund nennt Spotify die Hörbuchsparte. Für Bestandskunden, die auf diese Sparte verzichten wollen, gibt es einen neu eingeführten Basistarif, der alle bisherigen Funktionen bietet, außer den Zugriff auf Hörbücher.
Budget vom Kulturpass nur noch wenige Wochen nutzbar
Noch bis Ende November können 18-Jährige ihr Budget des Kulturpasses nutzen. Danach wird das Angebot eingestellt. Der Kulturpass wurde im Jahr 2023 von der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) eingeführt. Er ermöglichte Menschen, die 2023 und 2024 ihren 18. Geburtstag feierten, einen staatlichen Zuschuss für Kulturangebote, Bücher, Tonträger, Musikinstrumente oder Kinobesuche. Mit dem Zuschuss wollte die damalige Bundesregierung nach der Coronapandemie jungen Menschen den Zugang zu kulturellen Angeboten erleichtern und der Kulturbranche neue Kundenkreise erschließen. Anfangs erhielt jeder Kulturpass-Inhaber ein Guthaben von 200 Euro. Im zweiten Jahr wurde das Budget auf 100 Euro halbiert.
Der derzeitige Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) führte zur Begründung des Programmendes eine Einschätzung des Bundesrechnungshofs an. Demnach ist der Kulturpass verfassungsrechtlich nicht gedeckt. Laut Weimers Behörde gab der Bund bislang 100 Millionen Euro für das Förderprogramm aus.
Kritik an der Abschaffung kommt von der Bundesschülerkonferenz, den Grünen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Sie halten die Begründung für nicht stichhaltig und fordern mehr Möglichkeiten zur außerschulischen Bildung.
Stichtag für Lohnsteuerermäßigung und Kfz-Versicherungen
Die Fristen für die Lohnsteuerermäßigung und den Wechsel der Kfz-Versicherung enden jeweils am 30. November. Arbeitnehmer, die eine Steuerrückzahlung erwarten, können bis zu diesem Datum eine Lohnsteuerermäßigung beantragen. Das ist zum Beispiel über das Elster-Portal möglich.
Autobesitzer können noch bis zu diesem Stichtag einen neuen Kfz-Versicherungsvertrag für das kommende Jahr abschließen. Da dieser Tag auf einen Sonntag fällt, endet die Frist dieses Mal offiziell erst am 1. Dezember. Die meisten Kfz-Versicherungsverträge können jährlich neu abgeschlossen werden.
Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP.