Alaa al-Aswani ist ein Schriftsteller, dessen Bücher beim Leser oft den Eindruck hinterlassen, man habe etwas verstanden von den komplexen, widersprüchlichen und mächtigen Unterströmen, die eine Gesellschaft wie die seines Heimatlandes Ägypten in Bewegung halten. Im „Jakubijan-Bau“, der vor fast zwanzig Jahren in deutscher Übersetzung erschien, zeichnete er ein Gemälde der verdorbenen Sitten seines Landes am Beispiel eines zehnstöckigen Gebäudes in Kairo, dessen Bewohner zugleich Mikrokosmos und Spiegel der Zustände unter der Herrschaft von Husni Mubarak bildeten. In „Die Republik der Träumer“ (2021) betrachtete er die revolutionären Umstürze auf dem Tahrir-Platz in Kairo wieder aus den wechselnden Perspektiven einer Vielzahl von Figuren, deren persönliche Schicksale sich mit dem politischen Scheitern des Arabischen Frühlings verbanden.
Source: faz.net