Zwei Tote und Dutzende Verletzte: Auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia ist ein Flugzeug mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Die Geschichte einer Flugbegleiterin bringt auch Experten zum Staunen.
Die Flugbegleiterin Solange Tremblay hat den Zusammenstoß zwischen einer Passagiermaschine und einem Feuerwehrauto auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia wie durch ein Wunder überlebt. Die Frau sei, angeschnallt an ihrem Sitz, weit aus dem Flugzeug der Gesellschaft Air Canada herausgeschleudert worden, sagte deren Tochter Sahra Lépine dem kanadischen Nachrichtensender TVA Nouvelles am Montag. Dass sie noch lebe, sei „ein absolutes Wunder“. „Beim Aufprall wurde ihr Sitz mehr als 100 Meter weit aus dem Flugzeug geschleudert“, sagte Lépine.
Lépine sagte, ihre Mutter habe sich ein Bein mehrfach gebrochen und müsse operiert werden, aber ansonsten sei sie wohlauf. „Ich versuche immer noch zu verstehen, wie das alles passiert ist“, sagte sie. „Aber sie hat definitiv einen Schutzengel, der über sie wacht.“
Auf Fotos der Nachrichtenagentur AP war zu sehen, wie die Maschine mit aufgerissenem Cockpit, in die Höhe gerecktem Bug und abgesenktem Heck auf der Rollbahn stand. Kabel und Trümmer hingen aus dem völlig zerstörten Cockpit. Treppen zur Evakuierung der Passagiere standen an den Notausgängen der Maschine. In der Nähe lag ein beschädigtes Einsatzfahrzeug auf der Seite.
Frau saß an der Rückwand des Cockpits
Flugsicherheitsexperte Jeff Guzzetti sagte, die Flugbegleiterin habe auf einem Sitz an der Rückwand des bei dem Zusammenstoß zertrümmerten Cockpits gesessen. Diese Spezialsitze seien zwar besonders stabil, weil Besatzungsmitglieder nach einem Unfall noch in der Lage sein müssten, Passagieren zu helfen. Dennoch sei es ein Wunder, dass die Frau überlebt habe.
Das Flugzeug vom Typ Bombardier CRJ mit 72 Menschen an Bord war nach der Landung am Sonntagabend (Ortszeit) mit dem Feuerwehrauto kollidiert. Pilot und Copilot kamen ums Leben. Etwa 40 Insassen und zwei Menschen aus dem Einsatzwagen wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers in Krankenhäuser gebracht, einige mit schweren Verletzungen. Die meisten wurden aber rasch wieder entlassen. 32 haben offenbar das Krankenhaus wieder verlassen, es gibt aber auch Schwerverletzte.
Die Passagierin Rebecca Liquori berichtete dem Sender News12 Long Island, sie habe nach dem Bremsen einen lauten Knall gehört. „Alle wurden aus ihren Sitzen geschleudert. Die Leute stießen sich den Kopf an. Einige bluteten“, sagte Liquori. Sie habe beim Öffnen der Notausgangstür geholfen. Andere Passagiere hätten sich gegenseitig unterstützt, über eine Tragfläche hinunterzurutschen.
US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte, er könne noch nicht genau sagen, was genau zu dem Unglück geführt hat. Das Feuerwehrauto sollte laut Flughafenbetreiber ein anderes Flugzeug untersuchen, das seinen Start abgebrochen hatte. Ein Fluglotse erlaubte ihm, das Rollfeld zu überqueren, wie über Funk zu hören war. Dann war zu hören, wie er hektisch versuchte, das Fahrzeug anzuhalten und Maschinen umzuleiten. Etwa 20 Minuten später hört man ihn sagen: „Wir hatten vorhin einen Notfall. Ich habe es vermasselt.“ Der Flughafen LaGuardia wurde bis zum Nachmittag gesperrt.
AP/coh
Source: welt.de