Abkommen geschlossen: Japan und USA wollen verbinden Seltene Erden sichern

Japan und die Vereinigten Staaten wollen sich gemeinsam für die Absicherung ihrer Versorgung mit Seltenen Erden einsetzen. Präsident Donald Trump und die neue japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi nutzten ihr erstes Aufeinandertreffen in Tokio am Dienstag für die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung. Sie sieht vor, dass beide Staaten in der Förderung, Verarbeitung und Lieferung Seltener Erden künftig verstärkt kooperieren. Durch wirtschaftspolitische Maßnahmen und koordinierte Investitionen wollten die beiden Länder zusammenarbeiten, „um die Entwicklung diversifizierter, liquider und fairer Märkte für kritische Mineralien und Seltene Erden zu beschleunigen“, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Seltene Erden werden für die Herstellung unterschiedlichster Waren von Handys über Autos bis hin zu Rüstungsgütern benötigt. Der Weltmarkt wird in hohem Maße aber von China dominiert. Im Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten hat die Volksrepublik gerade abermals die Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden verschärft und setzt damit Unternehmen in aller Welt, auch in Deutschland und eben Japan, unter Druck.

Ziel ist der Lückenschluss in Lieferketten

Den Angaben zufolge wollen die USA und Japan gemeinsam „Projekte von Interesse“ identifizieren, um Lücken in den Lieferketten zu schließen, und innerhalb von sechs Monaten Maßnahmen ergreifen, um diese finanziell zu unterstützen. Zudem sollen Schritte unternommen werden, um „Genehmigungsfristen und -verfahren zu beschleunigen, zu straffen oder zu deregulieren“, heißt es weiter. Auch für den Abbau kritischer Mineralien und Seltener Erden wollen beide Staaten schneller Genehmigungen erstellen.

Japan gilt als Vorbild, wenn es darum geht, die Abhängigkeit von China im Handel mit Seltenen Erden zu verringern. Peking hatte den Export der wichtigen Rohstoffe nach Japan schon im Jahr 2010 einmal abrupt zurückgefahren. In der Folge hat das Land viele Anstrengungen unternommen und seine Abhängigkeit innerhalb kurzer Zeit von mehr als 90 auf unter 60 Prozent verringert. Unter anderem hatten sich die Japaner an Abbauprojekten in Australien und Malaysia beteiligt.

Auf der Agenda von Trump und Takaichi stand auch noch einmal das Zollabkommen, das Japan und die USA im September beschlossen hatten. Insbesondere die Zusage ihres Vorgängers über japanische Investitionen von 550 Milliarden Dollar missfällt Takaichi. Wie das Geld verwendet wird und wie weitreichend Trumps Entscheidungsgewalt darüber ist, legen Tokio und Washington unterschiedlich aus. Fortschritte hat sie hier in den Gesprächen mit Trump aber offenbar nicht gemacht.

Geld für Flüssiggasprojekt in Alaska

Stattdessen bekräftigten beide in einer Vereinbarung ihr „starkes Engagement“ für die Umsetzung des Abkommens. Es solle „beiden Ländern helfen, die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken, das Wirtschaftswachstum zu fördern und dadurch kontinuierlich zu globalem Wohlstand zu führen“. Ein Teil des Geldes soll in den Schiffbau in den Vereinigten Staaten fließen. Hier wollen die Amerikaner mit Unterstützung der großen Schiffbaunation Japan wieder zu längst verlorener Stärke zurückkommen. Weiteres Geld dürfte in ein Flüssiggasprojekt in Alaska fließen, von dem Japan zudem ein großer Abnehmer werden soll.

Vor den US-Soldaten an Bord eines in Japan stationierten Flugzeugträgers sagte Trump zudem, Takaichi habe ihm verraten, dass der Autokonzern Toyota Motor bis zu zehn Milliarden Dollar in Autofabriken im ganzen Land investieren wolle. Japanische Medien hatten zuvor berichtet, dass der größte Autohersteller der Welt künftig Autos in Amerika produzieren wolle, die er dann nach Japan exportiere. Das ist ein Novum, der für Japans Autoindustrie enorm wichtige Platzhirsch produziert bislang ausschließlich in Japan für seinen Heimatmarkt.

Trump kam mit großem Gefolge. Auch Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick trafen ihre jeweiligen japanischen Gegenüber. Bessent hob gegenüber der neuen japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama „die wichtige Rolle einer soliden Ausgestaltung und Kommunikation der Geldpolitik“ hervor, um übermäßige Wechselkursvolatilität zu verhindern. Takaichi eilt der Ruf voraus, dass sie mit höheren Staatsschulden und einer ausgabefreudigen Finanzpolitik die Abenomics ihres politischen Ziehvaters wiederbeleben wolle. Bessent warnte nun, dass die Bedingungen, mit denen die japanische Wirtschaft konfrontiert sei, „zwölf Jahre nach der Einführung von Abenomics deutlich anders“ seien.

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